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Weibliches Gehirn erholt sich nach Ketamin-Narkose anders

Klosterneuburg – Nach einer Ketamin-Narkose bilden Mikroglia im Gehirn weiblicher Mäuse längere Kontakte zu Nervenzellen und unterstützen so synaptische Umbauprozesse. Bei männlichen Mäusen oder Tieren ohne Mikroglia tritt dieser Mechanismus nicht auf. Das zeigt eine Studie des Institute of Science and Technology Austria (ISTA), die in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde (DOI: 10.1126/sciadv.adz6517). Ketamin dämpft die Aktivität von Nervenzellen und beeinflusst Schmerzempfindung sowie Gedächtnis. In der Aufwachphase müssen neuronale Verbindungen wiederhergestellt werden. Die Forschenden um Alessandro Venturino und Professorin Sandra Siegert beobachteten diesen Prozess mit fluoreszenzmarkierten Zellen durch ein Schädelfenster bei lebenden Mäusen. Während der Erholung steigen die Corticosteron-Spiegel. Bei weiblichen Tieren aktiviert das Stresshormon in den Mikroglia gezielt das Gen Fkbp5, das für das Protein FKBP51 kodiert. Dadurch werden die Mikroglia-Neuron-Kontakte und die damit verbundene Plastizität ausgelöst. Experimente mit Mäusen ohne Mikroglia sowie mit Tieren, denen die Nebennieren… 

Naturstoff-inspirierte Wirkstoffe gegen arzneimittelresistente Parasiten

Riverside – Forschende der University of California, Riverside, der UC Irvine und der Yale University entwickeln neue Wirkstoffklassen gegen malaria- und babesiose-verursachende Parasiten. Zwei Förderprojekte des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIH) mit einem Gesamtvolumen von mehr als 8 Millionen US-Dollar unterstützen die Arbeiten über die nächsten fünf Jahre. Auf die UC Riverside entfallen mehr als 2,5 Millionen Dollar. Im Mittelpunkt stehen zwei Substanzklassen: Leelamin-abgeleitete Isonitrile (LDIs), die aus Leelamin aus Kiefernrinde synthetisiert werden, und Pyrroloiminochinone (PIQs) aus Meeresschwämmen. Beide zeigen in bisherigen Untersuchungen starke Aktivität gegen arzneimittelresistente Stämme von Plasmodium und Babesia. Die Verbindungen greifen nach Einschätzung der Forschenden andere biologische Signalwege an als bestehende Medikamente und sollen zusätzlich die Übertragung der Parasiten unterbrechen. Malaria tötet jedes Jahr Hunderttausende Menschen weltweit. Babesiose, eine ebenfalls durch Apicomplexa-Parasiten ausgelöste Erkrankung, nimmt in den USA mit der Ausbreitung von Zecken… 

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Darmmikrobiom umformen verbessert Chemotherapie-Aufnahme in Tumoren

Houston – Eine gezielte Veränderung des Darmmikrobioms durch eine kurze Antibiotika-Gabe kann die Wirksamkeit von Nanopartikel-basierter Chemotherapie steigern. Das zeigt eine präklinische Studie des University of Texas MD Anderson Cancer Center. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Materials veröffentlicht (DOI: 10.1038/s41563-026-02690-8). Nanopartikel-Chemotherapeutika, etwa Liposomen oder Albumin-Partikel, werden bei verschiedenen Krebserkrankungen eingesetzt. Ein zentrales Problem bleibt jedoch die rasche Ausscheidung durch Kupffer-Zellen in der Leber. Die Forschenden um Betty Kim, Wen Jiang und Jennifer Wargo konnten nachweisen, dass eine kurze Behandlung mit dem Antibiotikum Metronidazol bestimmte Darmbakterien reduziert und dadurch den Spiegel von Gallensäuren senkt. In der Folge wechseln die Kupffer-Zellen in einen „ruhigeren“ Zustand, die Zirkulationszeit der Nanopartikel verdoppelt sich, die Anreicherung im Tumor steigt und das Überleben in Modellen von Darm-, Brust-, Melanom- und Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessert sich. Der Effekt wird durch das Mikrobiom selbst vermittelt und ist über… 

KI soll Autismus-Screening zugänglicher machen

Baltimore/Philadelphia – Forschende des Kennedy Krieger Institute und der University of Pennsylvania haben ein KI-System entwickelt, das die Fähigkeit von Kindern, einfache Körperbewegungen nachzuahmen, anhand gewöhnlicher Videoaufnahmen misst. Das System namens CAMI-2DNet erkennt einen mit Autismus verbundenen Verhaltensmarker schnell und objektiv. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift IEEE Transactions on Biomedical Engineering veröffentlicht (DOI: 10.1109/TBME.2025.3637089). Kinder mit Autismus ahmen Bewegungen oft anders nach als neurotypische Gleichaltrige. CAMI-2DNet verfolgt die Bewegungen eines Kindes, das einem Instruktor einfache Gesten nachmacht, vergleicht sie und erzeugt einen objektiven Score. Es benötigt nur eine Standardkamera und ersetzt aufwendige Motion-Capture-Systeme oder manuelle Auswertungen. Das System ist nicht zur Diagnose von Autismus gedacht und ersetzt keine klinische Beurteilung. Es soll jedoch Untersuchungen ergänzen und Veränderungen im Zeitverlauf erfassen können. Ziel ist es, Barrieren für rechtzeitige und qualitativ hochwertige Einschätzungen zu senken. Leitautor ist Kaleab Kinfu; Senior-Autor ist… 

Blaues LED-Licht ermöglicht neue chemische Reaktion für die Wirkstoffforschung

Binghamton/Buffalo – Forschende der Binghamton University und der University at Buffalo haben eine neue chemische Reaktion entdeckt, die mit blauem LED-Licht zwei benachbarte Kohlenstoffatome in einem einzigen Schritt verändert. Die Methode könnte die Entwicklung von Arzneimitteln beschleunigen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht (DOI: 10.1126/science.aef0766). Herkömmliche organische Chemie erlaubt meist nur den Austausch an einer Stelle pro Reaktion. Das neue Verfahren nutzt eine einzelne Kohlenstoff-Halogen-Bindung, um unterschiedliche Gruppen an benachbarte Kohlenstoffatome anzufügen. Unter Einwirkung von blauem LED-Licht und in einem handelsüblichen Alkohol-Lösungsmittel entsteht ein Alken-Radikalkation-Intermediat. Dadurch werden neue Bindungen zu Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel möglich, und es lassen sich auch kleine Ringsysteme aufbauen. Die Reaktion funktioniert mit Bromiden, Chloriden, Fluoriden und ungeschützten Alkoholen. Mechanistische Untersuchungen mit Dichtefunktionaltheorie und Molekulardynamik zeigten, dass das Wasserstoffbrücken-Netzwerk des fluorierten Alkohols das austretende Halogen stabilisiert und mildere Bedingungen ermöglicht. Eine Variante erlaubt zudem,… 

Weniger Zucker in der frühen Kindheit mit niedrigerem Demenzrisiko verbunden

Guangzhou – Ein geringerer Zuckerkonsum im Mutterleib und in den ersten ein bis zwei Lebensjahren ist mit einem niedrigeren Risiko für Demenz im späteren Leben verbunden. Das zeigt eine Studie, die am 29. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde. Ein DOI ist in der verfügbaren Quelle nicht angegeben. Die Forschenden verglichen Menschen, die während und nach der Zuckerrationierung im Vereinigten Königreich nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden. Zucker war damals rationiert und wurde 1953 wieder frei verfügbar. Von 15.025 Personen, die vor der Geburt und im ersten Lebensjahr Rationierung erlebten, entwickelten 388 eine Demenz. Bei 15.256 Personen mit Rationierung bis zum zweiten Lebensjahr waren es 456. Von 23.774 nach dem Ende der Rationierung Geborenen erkrankten 504. Nach Anpassung an Alter, Geschlecht und Gesundheitsfaktoren lag das Demenzrisiko bei früherer Rationierung um 21 Prozent (bis zum ersten Lebensjahr) bzw. 23… 

ALS-Risiko bei US-Veteranen hängt von Teilstreitkraft und Rang ab

Boston – Bei US-Veteranen unterscheiden sich die Raten der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) je nach Teilstreitkraft und militärischem Rang. Das zeigt eine große Analyse von Daten der Veterans Health Administration, die am 29. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde. Im Vergleich zu Army-Veteranen hatten männliche Air-Force-Veteranen eine 29 Prozent höhere ALS-Rate, Navy-Veteranen 15 Prozent und Coast-Guard-Veteranen 26 Prozent. Marine-Veteranen wiesen eine 22 Prozent niedrigere Rate auf. Offiziere erkrankten häufiger als Mannschaftsdienstgrade: bei Männern lag die Rate 64 Prozent höher, bei Frauen 72 Prozent. Längere Dienstzeiten waren mit niedrigeren ALS-Raten verbunden. Die Unterschiede zeigten sich besonders bei Männern unter 61 Jahren und waren bei über 75-Jährigen weniger ausgeprägt. Die Studie umfasste mehr als 9,1 Millionen Männer und knapp 785.000 Frauen, die über 24 Jahre in der Veterans Health Administration betreut wurden. Insgesamt erhielten 13.935 Männer und 484 Frauen eine ALS-Diagnose.… 

Ten Critical Questions to President Donald Trump Regarding the Epstein Files and His Statements

Trump’s Unwinnable War: Firepower Without Strategy, and the Convenient Fog of Epstein

There is a particular American pathology that confuses the ability to destroy with the ability to prevail. President Trump’s war against Iran—now in its fifth month of spasms, pauses, and renewed threats—exposes that pathology with clinical clarity. The United States can crater airfields, incinerate missile depots, and intercept most of what Iran launches. It cannot compel Tehran to surrender its core strategic assets, reopen the Strait of Hormuz on Washington’s terms, or force the regime into the kind of political collapse that would count as victory. The stronger side is discovering, once again, that resolve and geography can outlast precision munitions. Iran does not need to defeat the American military in a conventional sense. It needs only to refuse to lose on the terms set by the White House. The Islamic Republic has treated the conflict as existential; the United… 

Seegene wirbt für kombinierte PCR-Tests auf HPV und sexuell übertragbare Infektionen

Seoul – Das südkoreanische Diagnostikunternehmen Seegene hat einen umfassenden syndromischen PCR-Testansatz für Infektionen des Reproduktionstrakts vorgestellt. Dabei sollen sexuell übertragbare Infektionen (STI) und das humane Papillomavirus (HPV) gleichzeitig nachgewiesen werden. Grundlage ist eine interne Auswertung von rund 60.000 kombinierten Testergebnissen über 42 Monate. Die Analyse mit der firmeneigenen Datenplattform STAgora™ zeigte, dass in 82 Prozent der HPV-positiven Fälle auch STI-Erreger nachgewiesen wurden. Umgekehrt fand sich HPV in 46 Prozent der STI-positiven Fälle. Bei umfassenden HPV- und STI-Tests lag die Kodetektion bei 71 Prozent der positiven Ergebnisse. HPV gilt als Hauptursache des Gebärmutterhalskrebses; die Bestimmung des Genotyps liefert wichtige klinische Informationen. STI-Erreger wie Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae verursachen oft ähnliche oder unspezifische Symptome und verlaufen häufig asymptomatisch. Neuere Studien deuten zudem auf Zusammenhänge zwischen STI, vaginaler Dysbiose und dem Verlauf von HPV-Infektionen hin. Seegene will die klinische Nützlichkeit integrierter HPV-… 

Neue NMR-Analytik am Fraunhofer IAP stärkt Materialforschung

Potsdam – Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP hat am Potsdam Science Park eine neue Infrastruktur für die Kernmagnetische Resonanzspektroskopie (NMR) in Betrieb genommen. Sie soll Unternehmen der Kunststoff-, Faser- und Werkstoffindustrie bei der Entwicklung und Optimierung anspruchsvoller Polymermaterialien unterstützen. Das 500-MHz-NMR-Spektrometer ist mit zusätzlichen Probenköpfen ausgestattet und kann Flüssigkeiten, Gele und Feststoffe analysieren. Damit lassen sich unter anderem schwer lösliche Substanzen, chemisch beständige Kunststoffe und Carbonfaser-Zwischenprodukte untersuchen. Diffusions-NMR unterscheidet Polymere, Oligomere und Monomere anhand ihrer Beweglichkeit und liefert Informationen zu Molekülgrößen und Transportprozessen. Eine erweiterte Temperiereinheit ermöglicht Messungen von minus 150 bis plus 150 Grad Celsius und damit die Verfolgung von Reaktionen unter praxisnahen Bedingungen. Weitere Anwendungen umfassen die Festkörper-NMR-Analyse von Mikroplastik in Böden sowie die Untersuchung molekularer Veränderungen bei der thermischen Umwandlung von Carbonfaser-Präkursoren. Die neue Analytik erlaubt präzisere Aussagen zu Struktur-Eigenschafts-Beziehungen und unterstützt Qualitätskontrolle sowie Prozessoptimierung. Verantwortlich…