Sydney – Ein individualisiertes Schwimmprogramm in Kombination mit Aufklärung kann die durch chronische Rückenschmerzen verursachte Behinderung deutlich reduzieren. Das zeigt die erste randomisierte klinische Studie zu diesem Thema, die im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde.
Forschende der Macquarie University in Sydney untersuchten 76 Erwachsene im Alter von 26 bis 74 Jahren (Durchschnitt 41 Jahre) mit seit mindestens zwölf Wochen bestehenden Rückenschmerzen und daraus resultierender Beeinträchtigung. Die Teilnehmenden wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe absolvierte ein achtwöchiges, an die individuelle Schwimmfähigkeit und Fitness angepasstes Programm mit dem Ziel von drei 30- bis 45-minütigen Schwimmeinheiten pro Woche sowie vier telemedizinischen Coaching-Sitzungen mit Physiotherapeuten. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich ein bis zwei Aufklärungssitzungen zu denselben Kernbotschaften und setzte ihre übliche Behandlung fort.
Nach acht Wochen war die Behinderung in der Schwimmgruppe signifikant geringer. Die Teilnehmenden verbesserten sich um etwa 50 Prozent gegenüber dem Ausgangswert und erzielten im Vergleich zur Kontrollgruppe im Durchschnitt 2,5 Punkte oder 30 Prozent niedrigere Werte auf einer gängigen Behinderungsskala. Der Vorteil blieb auch nach 26 und 52 Wochen bestehen, verringerte sich jedoch im Laufe der Zeit. Ähnliche Muster zeigten sich bei sekundären Endpunkten wie Schmerzintensität, funktioneller Einschränkung, Schmerzselbstwirksamkeit und Bewegungsangst.
Nach Einschätzung der Forschenden bestätigt die Studie erstmals die klinische Wirksamkeit von Schwimmen bei chronischen Rückenschmerzen. Die Verbesserungen seien mit denen anderer evaluierter Übungsformen wie Pilates vergleichbar. Schwimmen könne Beweglichkeit, Kraft und allgemeine Ausdauer fördern; die Auftriebskraft des Wassers erleichtere Bewegungen, die ansonsten schmerzhaft oder eingeschränkt sein könnten.
Original paper
https://bjsm.bmj.com/content/early/2026/07/20/bjsports-2026-111730
