Osaka – Bei Patientinnen und Patienten, die eine Hämodialyse erhalten, ist die Blutgruppe A mit einem niedrigeren Risiko für die Gesamtsterblichkeit und die kardiovaskuläre Sterblichkeit verbunden. Das zeigt eine prospektive Kohortenstudie der Osaka Metropolitan University, die in Kidney International Reports veröffentlicht wurde.
Ein Forschungsteam um Dr. Masafumi Kurajoh untersuchte 1.671 Hämodialyse-Patienten an 17 Einrichtungen in der Präfektur Osaka. Die Teilnehmenden wurden über etwa fünf Jahre beobachtet. In diesem Zeitraum starben 464 Personen, davon 278 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Auswertung ergab, dass Patientinnen und Patienten mit Blutgruppe A ein niedrigeres Risiko für die Gesamtsterblichkeit und für kardiovaskuläre Todesfälle hatten. Für die nicht-kardiovaskuläre Sterblichkeit – etwa durch Infektionen oder Krebserkrankungen – zeigte sich kein Zusammenhang mit der Blutgruppe.
In der Allgemeinbevölkerung ist die Blutgruppe 0 mit einem geringeren kardiovaskulären Risiko assoziiert. Bei Dialysepatienten war dagegen die Blutgruppe A mit einem niedrigeren Risiko verbunden. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis darauf, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Hämodialyse-Patienten möglicherweise über andere Mechanismen entstehen als in der Allgemeinbevölkerung.
Nach Einschätzung der Autoren rechtfertigen die Ergebnisse derzeit keine Änderung von Behandlungs- oder Präventionsstrategien auf Grundlage der Blutgruppe. Das Verständnis der Ursachen für das niedrigere Risiko bei Blutgruppe A könnte jedoch neue Einblicke in die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Dialysepatienten liefern und künftige Ansätze beeinflussen.

