Neue Zweifel an der Identität des vor der dänischen Insel Anholt gefundenen toten Buckelwals sorgen für eine weitere Wendung im Fall des als „Timmy“ bekannt gewordenen Tiers. Nach Informationen der BILD-Zeitung stimmen DNA-Proben nicht überein, die mit dem in der Ostsee gestrandeten Wal in Verbindung gebracht werden. Eine Pressekonferenz soll am Mittwochnachmittag (22. Juli 2026) in Hamburg weitere Aufklärung bringen.
Wie die BILD berichtet, passen zwei DNA-Proben nicht zusammen: Eine Probe wurde demnach vor der Freilassung des Wals am 2. Mai durch den US-Experten Jeff Forster entnommen, eine weitere von Mitgliedern der privaten Rettungsinitiative am Strand von Anholt. Für die Entnahme der zweiten Probe gab es nach bisherigen Angaben keine unabhängigen Zeugen, und der Versand ins Labor war nicht überwacht.
Der Kadaver war Mitte Mai vor Anholt entdeckt und zunächst von dänischen Behörden sowie dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern als Timmy identifiziert worden – maßgeblich aufgrund eines am Tier gefundenen GPS-Trackers mit übereinstimmender Seriennummer sowie weiterer Merkmale wie Verletzungsmuster und Flossenform. Die Obduktion ergab ein weibliches Tier. Weder das Ministerium noch das Deutsche Meeresmuseum Stralsund hatten eigene Proben vom lebenden Wal entnommen.
Experten weisen darauf hin, dass bei DNA-Analysen die sogenannte Chain of Custody (Beweiskette) entscheidend ist. Sie umfasst die lückenlose Dokumentation von Entnahme, Sicherung, Transport und Analyse, um Kontamination, Verwechslung oder Manipulation auszuschließen. Fehlende unabhängige Dokumentation schwächt die Aussagekraft der Proben, auch wenn moderne DNA-Tests an sich eine sehr hohe Zuverlässigkeit aufweisen.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und das Meeresmuseum nehmen nach bisherigen Informationen an der für 14 Uhr angesetzten Pressekonferenz nicht teil. Die private Rettungsaktion für den mehrfach gestrandeten Wal war monatelang von öffentlichem Interesse begleitet worden. Ob der Wal tatsächlich noch lebt, bleibt weiter offen. Die Behörden hatten den Tod des Tiers nach Auffinden des Kadavers mit dem Tracker begründet.


