Seoul – Das südkoreanische Diagnostikunternehmen Seegene hat einen umfassenden syndromischen PCR-Testansatz für Infektionen des Reproduktionstrakts vorgestellt. Dabei sollen sexuell übertragbare Infektionen (STI) und das humane Papillomavirus (HPV) gleichzeitig nachgewiesen werden. Grundlage ist eine interne Auswertung von rund 60.000 kombinierten Testergebnissen über 42 Monate.
Die Analyse mit der firmeneigenen Datenplattform STAgora™ zeigte, dass in 82 Prozent der HPV-positiven Fälle auch STI-Erreger nachgewiesen wurden. Umgekehrt fand sich HPV in 46 Prozent der STI-positiven Fälle. Bei umfassenden HPV- und STI-Tests lag die Kodetektion bei 71 Prozent der positiven Ergebnisse.
HPV gilt als Hauptursache des Gebärmutterhalskrebses; die Bestimmung des Genotyps liefert wichtige klinische Informationen. STI-Erreger wie Chlamydia trachomatis oder Neisseria gonorrhoeae verursachen oft ähnliche oder unspezifische Symptome und verlaufen häufig asymptomatisch. Neuere Studien deuten zudem auf Zusammenhänge zwischen STI, vaginaler Dysbiose und dem Verlauf von HPV-Infektionen hin.
Seegene will die klinische Nützlichkeit integrierter HPV- und STI-Tests im Rahmen der Global Million Clinical Study weiter prüfen und wissenschaftliche Evidenz für mögliche neue globale PCR-Teststandards sammeln. Das Unternehmen stellt den Ansatz auf dem Kongress der Association for Diagnostics & Laboratory Medicine (ADLM 2026) in Anaheim vor.
