Göteborg – Forschende der Universität Göteborg haben sieben Proteine im Blut identifiziert, die Bluttests für die Alzheimer-Krankheit deutlich präziser machen können. Die Studie, veröffentlicht in JAMA Neurology (DOI: 10.1001/jamaneurol.2026.2650), zeigt, dass ein erweitertes Biomarker-Panel den Krankheitsstadium und die Tau-Pathologie besser abbildet als der etablierte Marker p-tau217 allein.
Bei Alzheimer lagern sich zunächst Amyloid-Plaques und später Tau-Fibrillen im Gehirn ab – oft Jahre vor den ersten Demenzsymptomen. Bisherige Bluttests wie p-tau217 haben die Diagnostik zugänglicher gemacht, stoßen bei der Bestimmung des Stadiums und der Prognose jedoch an Grenzen. PET-Scans und Liquoruntersuchungen bleiben hier genauer, sind aber aufwändiger und teurer.
Das Team um Doktorand Guglielmo Di Molfetta setzte Machine Learning auf Proteomik-Daten aus zwei unabhängigen internationalen Kohorten ein. Eine neue Immunoassay-Plattform erfasste dabei mehr als 120 Entzündungs- und neuronale Marker in einer einzigen Blutprobe. Die Kombination von p-tau217 mit sechs weiteren Proteinen verbesserte die Vorhersage einer fortgeschrittenen Tau-Pathologie bei Personen mit erhöhten Amyloid-Werten erheblich.
Di Molfetta erklärte, das Sieben-Protein-Panel könne besser anzeigen, wann ein Patient bereits ein späteres Krankheitsprofil aufweist. Das sei besonders wertvoll für die Auswahl geeigneter Therapien und die Rekrutierung für klinische Studien.
Die Forschenden sehen in dem multi-Protein-Ansatz eine mögliche Alternative zur Tau-PET-Bildgebung in Klinik und Forschung. Die Ergebnisse könnten die Früherkennung und die individualisierte Behandlungsplanung bei Alzheimer verbessern.


