Seattle – Klinische Krebsstudien in den USA, die von der öffentlichen Hand und von der Industrie finanziert werden, übernehmen unterschiedliche, aber sich ergänzende Rollen. Das zeigt eine Analyse von Forschenden des SWOG Cancer Research Network und des Fred Hutch Cancer Center, veröffentlicht in JAMA Oncology (DOI: 10.1001/jamaoncol.2026.3026).
Untersucht wurden 11.681 Studien aus den Jahren 2008 bis 2024. Davon waren 81,9 Prozent industriegesponsert. Etwa 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in industriegeförderte Studien eingeschlossen.
Industrie-Studien prüfen häufiger Einzelwirkstoffe und sind oft Phase-I- oder Phase-III-Studien, die auf Zulassungen abzielen. Bundesfinanzierte Studien (vor allem NIH) untersuchen häufiger multimodale Therapien, Dosisreduktionen, nicht-medikamentöse Ansätze, Diagnostik, Prävention, Screening und supportive Care. Sie sind häufiger Phase-II-Studien und adressieren öfter seltene oder pädiatrische Krebserkrankungen.
Laut den Autoren liefert die öffentliche Förderung grundlegende Entdeckungen, Infrastruktur und frühe Wirksamkeitsstudien. Die Industrie führt die späten, zulassungsrelevanten Studien durch. Die Forschenden warnen, dass eine zunehmende Dominanz der Industrie Fragen unbeantwortet lassen könnte, die kommerziell wenig attraktiv sind.
