BERLIN, 27. August (LabNews Media LLC) – Eine einmalige Infusion genetisch veränderter T-Zellen hat bei sechs schwer erkrankten Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis die Krankheitsaktivität deutlich gesenkt. Das berichtet ein Team der Charité und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Nature Medicine (DOI: 10.1038/s41591-026-04603-3).
Teilgenommen haben drei Frauen und drei Männer im Alter von 31 bis 69 Jahren. Alle waren seropositiv und hatten in zehn Jahren bis zu acht zielgerichtete oder biologische Therapien ohne ausreichenden Erfolg erhalten. Die eigenen T-Zellen wurden so verändert, dass sie das Oberflächenmerkmal CD19 auf B-Zellen erkennen. Nach einer kurzen Chemotherapie zur Vorbereitung folgte eine einzige Infusion.
Bis zu einem Jahr Beobachtung waren drei der sechs Betroffenen ohne Rheumamedikamente in anhaltender Remission. Typische Autoantikörper sanken stark. Als das B-Zell-System zurückkehrte, waren vor allem naive Zellen nachweisbar, krankheitsspezifische B-Zellen fast nicht mehr. Schutzantikörper nach Impfungen, etwa gegen Tetanus oder Windpocken, blieben erhalten. Bildgebung zeigte an Kniegelenken monatelang keine entzündlichen Herde mehr.
Nicht alle sprachen vollständig an. In einem Fall kehrte die Erkrankung nach einer zunächst medikamentenfreien Phase zurück. Als Nebenwirkung trat bei allen ein vorübergehendes, leichtes bis mittelschweres Zytokin-Freisetzungssyndrom auf. Schwere neurologische Komplikationen oder seltene Infektionen wurden nicht beobachtet.
Die Therapie bleibt experimentell. Sechs Fälle und ein Jahr Nachbeobachtung reichen nicht für eine Zulassung. Eine zweite Studienphase vergleicht das Verfahren mit einem zugelassenen B-Zell-Medikament. Ob der mögliche Reset des krankhaften Immungedächtnisses dauerhaft hält, ist offen.

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© Charité | David Simon
