MADRID/KOPENHAGEN, 29. August (LabNews Media LLC) – Bei scheinbar Gesunden finden sich weit häufiger als erwartet atherosklerotische Plaques. In der Studie REACT-DETECT hatten 57,1 Prozent von 16.808 Teilnehmenden zwischen 18 und 70 Jahren Ablagerungen in mindestens einem Gefäßgebiet – ohne Symptome und ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das berichtet ein Team um Henning Bundgaard, Borja Ibáñez und Valentín Fuster im New England Journal of Medicine (DOI: 10.1056/NEJMoa2609059).
Im Alter von 18 bis 29 Jahren war etwa jede 13. Person betroffen, zwischen 60 und 70 Jahren rund neun von zehn. Die meisten mit Koronarplaques wiesen zugleich Veränderungen an Hals- oder Beinarterien auf. Bei Männern lag das Muster fünf bis zehn Jahre früher als bei Frauen. Bei Frauen stieg die Häufigkeit zwischen 40 und 60 Jahren besonders steil, im Zeitraum der Wechseljahre. Übliche Risiko-Scores wie SCORE2 erfassten nur einen kleinen Teil der bereits sichtbaren stillen Atherosklerose.
Die erste Phase der von der Novo-Nordisk-Stiftung geförderten Initiative untersuchte in Dänemark und Spanien Halsschlagadern, Beinarterien und Herzkranzgefäße per Bildgebung. REACT knüpft an die frühere PESA-Studie an. Nicht jede Plaque führt zu Infarkt oder Schlaganfall. Ob eine bildgestützte Früherkennung Ereignisse verhindert, soll eine geplante zweite Phase prüfen. Bis dahin bleibt offen, wen ein Screening tatsächlich vor Schaden bewahrt.

