MÜNCHEN, 28. August (LabNews Media LLC) – Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie hat erstmals eine eigene Leitlinie zur kardiologischen Rehabilitation vorgelegt. Sie bündelt Evidenz zu Nutzen, Bausteinen und Umsetzung und erscheint im European Heart Journal (DOI: 10.1093/eurheartj/ehag099). Vorsitz der Taskforce haben Maria Bäck, Matthias Wilhelm und Dominique Hansen.
Rehabilitation nach Infarkt, Herzschwäche, angeborenem Herzfehler, Vorhofflimmern, Klappenersatz oder nach herzbelastender Krebsbehandlung soll Fitness, Lebensqualität und psychisches Wohlbefinden verbessern und Folgeereignisse senken. Das Programm umfasst Training, psychosoziale Unterstützung und individuelle Schulung zu Lebensstil und Medikamenten. Es gilt als kosteneffektiv, teils kostensparend.
Trotz Belegen bleibt das Angebot in vielen Ländern untergenutzt, oft wegen fehlender Erstattung. Für ausgewählte Patientinnen und Patienten nennt die Leitlinie digital unterstützte Angebote zu Hause mit Fernüberwachung und Telekonsultation. Pläne sollen gemeinsam festgelegt werden. Eine Patientenfassung liegt vor. Ob mehr Plätze und bessere Finanzierung folgen, entscheidet die Gesundheitspolitik, nicht die Fachgesellschaft.
