BASEL/BONN, 29. August (LabNews Media LLC) – Zwei Troponin-Messungen im Abstand von einer Stunde sind nach Verdacht auf Herzinfarkt ebenso sicher wie Messungen nach drei Stunden. Die Liegezeit in der Notaufnahme verkürzt das schnellere Schema nicht. Das zeigt die Studie PRESC1SE-MI um Jasper Boeddinghaus, vorgestellt auf dem ESC-Kongress und zeitgleich im Lancet veröffentlicht.
An 20 Kliniken in elf Ländern wurden 67.624 aufeinanderfolgende Vorstellungen mit Infarktverdacht in einem Stufen-Cluster-Design dem 0/1-Stunden- oder dem 0/3-Stunden-Pfad zugeordnet. Tod oder neuer Typ-1-Infarkt binnen 30 Tagen traten bei 1,1 Prozent (Ein-Stunden-Pfad) und 1,2 Prozent (Drei-Stunden-Pfad) auf. Die Nichtunterlegenheit war erfüllt. Die mittlere Verweildauer lag in beiden Gruppen bei 309 Minuten. Auch direkte Entlassungen aus der Notaufnahme nahmen nicht zu.
Eine Metaanalyse von fünf randomisierten Studien mit 110.933 Vorstellungen kam zum gleichen Schluss: vergleichbare Sicherheit, kein kürzerer Aufenthalt. ESC-Leitlinien empfehlen den schnelleren Algorithmus bereits. Viele Häuser zögerten wegen offener Sicherheitsfragen. Die neue Evidenz stützt die Sicherheit, nicht die Hoffnung auf weniger Überfüllung. Wartezeiten auf Spezialisten, Betten und Aufnahmewege wiegen offenbar schwerer als das zweite Laborintervall.
