KOPENHAGEN, 28. August (LabNews Media LLC) – Stabilisierte Patientinnen und Patienten mit linksseitiger infektiöser Endokarditis können die Antibiotika im Mittel zwei Wochen früher beenden als nach Standarddauer. Die Sicherheit blieb in der Studie POET-II vergleichbar, Rückfälle waren jedoch häufiger. Das berichtet Henning Bundgaard vom Rigshospitalet im New England Journal of Medicine (DOI: 10.1056/NEJMoa2607887).
508 klinisch stabile Erwachsene mit Erregern der Gruppen Staphylococcus aureus, Enterococcus faecalis oder Streptokokken wurden an 13 Zentren in Dänemark, Schweden und den USA randomisiert. Das mittlere Alter lag bei 70 Jahren, 75 Prozent waren Männer. Die verkürzte Gruppe setzte nach mindestens zwei bis vier Wochen und Erreichen festgelegter Stabilitätskriterien ab. Die Standardgruppe blieb bei der üblichen Gesamtdauer.
Die mediane Antibiotikazeit betrug 26 gegen 41 Tage. Tage am Leben ohne Antibiotika innerhalb von sechs Monaten lagen bei 183 gegen 169. Tod, ungeplante Klappenoperation oder symptomatische Embolien betrafen 8,2 gegen 10,7 Prozent; die Nichtunterlegenheit war erfüllt. Primäre Rückfälle traten bei 5,1 gegen 1,6 Prozent auf und ließen sich meist durch erneute Gabe beherrschen.
Die heute oft sechs Wochen lange Therapie stützt sich auf alte Beobachtungen. POET I hatte bereits den Wechsel von Vene auf Tablette unter Kriterien erlaubt. POET-II kürzt nun die Gesamtdauer bei ausgewählten, stabilen Fällen. Rund die Hälfte der linksseitigen Endokarditiden könnte nach Einschätzung der Autoren infrage kommen. Offen bleibt, ob Leitlinien den höheren Rückfallanteil als akzeptabel werten.
