Antikörper-Transfer von Mutter zu Kind: Mechanismen und Störfaktoren in der Schwangerschaft
Der Transport mütterlicher Immunglobuline G (IgG) über die Plazenta zum ungeborenen Kind ist entscheidend für den Immunschutz des Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten. Britische Wissenschaftler haben in einer umfassenden Review die biologischen Mechanismen dieses Prozesses, mögliche Beeinträchtigungen durch Schwangerschaftsbedingungen sowie aktuelle experimentelle Modelle analysiert. Der neonatale Fc-Rezeptor (FcRn) gilt als zentraler Transporter für IgG über die Plazentaschranke, wie die Autoren um Qiqi Li und Zhengyuan Huang vom Imperial College London betonen. Der Transfer beginnt bereits in der 8.–10. Schwangerschaftswoche und erreicht im dritten Trimester seine höchste Rate. Bei reifen Neugeborenen liegen die IgG-Spiegel im Nabelschnurblut meist deutlich höher als bei der Mutter. Frühgeborene – insbesondere vor der 32. Woche – erhalten jedoch deutlich weniger Antikörper und sind dadurch anfälliger für Infektionen. Die Review identifiziert mehrere Störfaktoren: Bei Hypergammaglobulinämie (stark erhöhte mütterliche IgG-Spiegel, z. B. durch chronische Infektionen wie HIV, Malaria…

