Neue Gen-Editing-Plattform für seltene Lebererkrankungen – FDA-Rahmenwerk ebnet Weg
Forscher des Children’s Hospital of Philadelphia (CHOP) und der Penn Medicine haben eine anpassbare In-vivo-Prime-Editing-Plattform entwickelt, die infantile Formen von Harnstoffzyklus-Störungen (UCDs) und andere genetische Lebererkrankungen gezielt behandeln soll. Die Methode ermöglicht eine schnelle Anpassung an individuelle Genvarianten und wurde speziell im Hinblick auf das neue „plausible mechanism“-Rahmenwerk der US-Arzneimittelbehörde FDA konzipiert. Die Ergebnisse sind am 31. März 2026 im „American Journal of Human Genetics“ erschienen. Das zweistufige System besteht aus Lipid-Nanopartikeln (LNP), die die mRNA für den Editor in die Leber schleusen, und einem maßgeschneiderten Adeno-assoziierten Virus (AAV), das die Guide-RNAs liefert. In Zellmodellen und präklinischen Studien korrigierte die Plattform 30 bis 40 Prozent der betroffenen Genvarianten im Lebergewebe – deutlich über dem Schwellenwert von etwa zehn Prozent, der für einen klinischen Nutzen bei UCDs als ausreichend gilt. UCDs sind seltene angeborene Stoffwechselerkrankungen, bei denen Ammoniak nicht ausreichend abgebaut…
