Chemotherapie bei Hodenkrebs birgt anhaltende Nieren- und Herz-Kreislauf-Risiken
Hodenkrebspatienten, die mit modernen cisplatinbasierten Chemotherapien behandelt wurden, tragen Jahrzehnte nach der Therapie ein erhöhtes Risiko für Nierenfunktionsstörungen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und kardiovaskuläre Erkrankungen. Das zeigt die bisher größte real-world-Studie zu Langzeitfolgen zeitgenössischer Behandlungsregime. Die Ergebnisse erschienen am 13. Februar 2026 online im Journal of the National Comprehensive Cancer Network (JNCCN). Die multizentrische Untersuchung umfasste fast 800 Langzeitüberlebende aus acht großen nordamerikanischen Krebszentren, die mehr als zehn Jahre zuvor behandelt worden waren. Verglichen wurden die NCCN-empfohlenen Standardregime: vier Zyklen Etoposid plus Cisplatin (EPx4) sowie drei Zyklen Bleomycin, Etoposid und Cisplatin (BEPx3). Patienten, die EPx4 erhalten hatten, wiesen signifikant höhere Odds für Nierenfunktionsstörungen, Hörverlust und periphere Neuropathie auf als die BEPx3-Gruppe. Insgesamt zeigten fast 41 Prozent aller Überlebenden mindestens eine leichte Nierenfunktionseinschränkung, die stark mit der kumulativen Cisplatin-Dosis korrelierte. Eine reduzierte Nierenfunktion ging wiederum mit erhöhtem Risiko für Hypertonie, Hypercholesterinämie und…
