Trump öffnet Irans Ölhahn – und zerlegt seine eigene Iran-Politik in Echtzeit
Die Vereinigten Staaten heben Sanktionen gegen 140 Millionen Barrel iranisches Öl auf. Offizieller Grund: Präsident Donald Trump will die Benzinpreise senken. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen nennt die Maßnahme gegenüber CNN „very temporary“ und begründet sie mit dem Versuch, Teherans Preistreiberei auf dem Weltmarkt zu kontern. Was wie ein nüchterner wirtschaftspolitischer Schritt klingt, ist in Wahrheit der bisher spektakulärste Selbstwiderspruch in Trumps zweiter Amtszeit – und ein strategisches Desaster von historischer Dimension. 2018 verließ Trump mit Fanfaren das Atomabkommen (JCPOA), verhängte „maximum pressure“-Sanktionen und versprach, den Iran wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. „Never again will Iran have a nuclear weapon“, schwor er. Der Öl-Export des Regimes sollte auf Null gedrückt werden. Das war die Linie – bis heute Morgen. Nun flutet genau dieses Regime mit stillschweigender US-Genehmigung wieder Hunderttausende Barrel auf den Markt. Kein Deal mit Teheran, keine…
