Winziges Protein „Funes“ macht Erinnerungen dauerhaft
Kansas City – Forschende des Stowers Institute for Medical Research haben einen entscheidenden Mechanismus entschlüsselt, wie das Gehirn flüchtige Erlebnisse in stabile Langzeiterinnerungen umwandelt – mit Hilfe eines kleinen Chaperon-Proteins namens Funes. Die Studie, die mehr als 20 Jahre Arbeit abschließt, liefert den ersten direkten Beweis, dass das Nervensystem gezielt Amyloide bilden kann, um Erinnerungen zu festigen. Die Ergebnisse erschienen am 30. Januar 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences. Amyloide galten lange als schädliche, unkontrollierte Proteinaggregate, die bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Huntington Nervenzellen zerstören. Die neue Arbeit zeigt jedoch, dass Amyloide unter strenger Kontrolle auch nützlich sein können: Sie dienen dem Gehirn als Werkzeug, um Informationen langfristig zu speichern. Im Mittelpunkt steht das prion-ähnliche Protein Orb2 (bei Säugern CPEB), das an Synapsen zu Amyloiden zusammenlagern muss, damit Erinnerungen bestehen bleiben. Das Team identifizierte…

