Guadalajara – Bienengift kann in Kombination mit der Standardtherapie aus Levodopa und Carbidopa die motorischen und kognitiven Funktionen in einem Mausmodell der Parkinson-Krankheit verbessern. Das zeigt eine experimentelle Studie der Universität Guadalajara, die in der Fachzeitschrift Neuroprotection veröffentlicht wurde (DOI: 10.1002/nep3.70038).
Parkinson entsteht durch den fortschreitenden Verlust dopaminproduzierender Nervenzellen. Levodopa (L-DOPA) in Kombination mit Carbidopa bleibt die Standardbehandlung, um den Dopaminmangel auszugleichen. Bei längerem Einsatz lassen die Wirkungen jedoch oft nach, und es können motorische Schwankungen sowie Dyskinesien auftreten. Deshalb suchen Forschende nach Zusatztherapien.
Das Team um Professorin Alma Karen Lomeli-Lepe untersuchte, ob gefriergetrocknetes Bienengift die Wirkung der Standardtherapie verstärken kann. Bienengift enthält bioaktive Bestandteile wie Melittin, Phospholipase A2 und Apamin, denen entzündungshemmende, antioxidative und neuroaktive Eigenschaften zugeschrieben werden.
In einem etablierten 6-Hydroxydopamin-(6-OHDA)-Mausmodell wurden erwachsene männliche CD-1-Mäuse in vier Gruppen eingeteilt: gesunde Kontrolltiere, unbehandelte Parkinson-Tiere, Tiere mit L-DOPA/Carbidopa sowie Tiere, die zusätzlich Bienengift erhielten. Die Behandlung erfolgte vom 13. bis zum 30. Tag nach der Läsionsinduktion. Motorische und kognitive Leistungen wurden mit dem Zylindertest, dem Pfotenschleiftest, dem Novel-Object-Recognition-Test und dem Korridortest erfasst.
Die Kombination aus Bienengift und Standardtherapie führte zu besseren Ergebnissen als die Standardtherapie allein. Die Tiere zeigten eine nahezu normale Vorderbeinsymmetrie und weniger Pfotenschleifen. In den Gedächtnistests behielten sie die Fähigkeit, neue Objekte zu erkennen, während unbehandelte Tiere und jene mit alleiniger Standardtherapie weiterhin Defizite aufwiesen. Auch im Korridortest erzielte die Kombinationsgruppe die stärkste Erholung des lateralisierten motorischen Verhaltens.
Die Studie untersuchte ausschließlich Verhaltensparameter und bewertete weder das Überleben dopaminerger Neurone noch molekulare Marker für Entzündung oder oxidativen Stress. Die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen bleiben daher unklar.
Nach Einschätzung der Forschenden deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Bienengift die funktionellen Vorteile der L-DOPA/Carbidopa-Therapie verstärken könnte. Weitere Untersuchungen seien notwendig, um die Mechanismen zu klären und das Potenzial als Zusatztherapie zu bewerten.
