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EU-KI-Verordnung wird ab August 2026 in Deutschland weitgehend verpflichtend – Strenge Regeln für Hochrisiko-Systeme im Gesundheitswesen

Ab dem 2. August 2026 gelten in der Europäischen Union und damit auch in Deutschland große Teile der KI-Verordnung. Die Regelung, die am 1. August 2024 in Kraft getreten ist, führt ein risikobasiertes System ein, das Anbieter und Betreiber von Künstlicher Intelligenz zu strengen Vorgaben verpflichtet. Besonders betroffen ist das Gesundheitswesen, wo viele KI-Anwendungen als hochrisikorelevant eingestuft werden. Die Verordnung verbietet bestimmte Praktiken mit unvertretbarem Risiko bereits seit Februar 2025, darunter manipulative Systeme oder soziales Scoring. Ab August 2026 treten die Kernvorschriften für Hochrisiko-KI-Systeme in Kraft. Dazu gehören umfassende Transparenzpflichten, Risikomanagement und Unterstützungsmaßnahmen für Innovationen. Mitgliedstaaten müssen bis dahin unter anderem mindestens eine regulatorische Sandbox einrichten. Für bestimmte in Produkte eingebettete Hochrisiko-Systeme, etwa Medizinprodukte, verschiebt sich die volle Anwendung auf einen späteren Zeitpunkt. Im Zentrum steht die Einstufung nach Risikostufen. Hochrisiko-Systeme unterliegen umfassenden Pflichten: Sie müssen ein Risikomanagementsystem einrichten, hochwertige… 

Ernährung: Fünf am Tag reichen oft nicht für den Herzschutz

Wer sich an die Empfehlung „fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag“ hält, erreicht damit häufig nicht die Menge an Flavanolen, die mit einem deutlich geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht wird. Das zeigt eine große Studie der University of Reading und internationaler Partner. Flavanole sind pflanzliche Wirkstoffe, die in bestimmten Obst- und Gemüsesorten sowie in grünem Tee vorkommen. Frühere Untersuchungen, darunter die große COSMOS-Studie, hatten gezeigt, dass eine tägliche Aufnahme von etwa 500 Milligramm Flavanolen das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, signifikant senken kann. In der aktuellen Analyse mit über 30.000 Teilnehmern aus Großbritannien und den USA erreichten jedoch weniger als jeder fünfte Mensch diese Menge – selbst unter denen, die regelmäßig fünf Portionen Obst und Gemüse aßen. Die Aufnahme hängt stark von der konkreten Auswahl der Lebensmittel ab. Besonders reich an Flavanolen sind: „Es kommt nicht nur… 

Sichere Gesundheitsdaten: Kombination aus KI, Blockchain und Föderiertem Lernen

Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, wie die Kombination von föderiertem Lernen (Federated Learning), Blockchain und erklärbarer Künstlicher Intelligenz (Explainable AI) die sichere und datenschutzkonforme Verwaltung sensibler Gesundheitsdaten verbessern kann. Die in der Fachzeitschrift Frontiers in Digital Health veröffentlichte Review analysierte 26 Studien aus den Jahren 2018 bis 2026. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass kein einzelnes Verfahren ausreicht, um die komplexen Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit, Interpretierbarkeit und Skalierbarkeit in der modernen Gesundheitsversorgung zu erfüllen. Stattdessen empfehlen sie eine integrierte Architektur. Föderiertes Lernen ermöglicht es, KI-Modelle dezentral auf lokalen Daten zu trainieren, ohne sensible Patientendaten zentral zu speichern oder zu übertragen. Blockchain sorgt für unveränderliche Protokolle und vertrauenswürdige Datenaustauschprozesse. Explainable AI macht die Entscheidungen der Modelle für Ärzte nachvollziehbar. Ergänzt wird dies durch inkrementelle Optimierungsverfahren, die eine kontinuierliche Anpassung der Modelle ermöglichen. Die Analyse identifiziert zehn zentrale Herausforderungen, darunter hohe Kommunikationskosten,… 

Mamba-ADR: KI-Modell erkennt Arzneimittel-Nebenwirkungen aus Social-Media-Daten

Ein Forschungsteam hat ein neues KI-Modell entwickelt, das unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Adverse Drug Reactions, ADRs) aus Beiträgen in sozialen Medien und Foren erkennen kann. Das Modell namens Mamba-ADR kombiniert ein State-Space-Modell (Mamba) mit Faltungsnetzen und einer Regressionskomponente. In Tests auf dem MedHelp-Datensatz erreichte Mamba-ADR eine F1-Score von 79,28 Prozent und übertraf damit bisherige Methoden. Besonders hervorzuheben ist die geringe Rechenkomplexität: Das Modell benötigt deutlich weniger Rechenleistung als vergleichbare Transformer-basierte Ansätze und eignet sich daher besser für den praktischen Einsatz. Das System analysiert informelle, oft unstrukturierte Texte aus Patientenforen und erkennt nicht nur, ob eine Nebenwirkung vorliegt, sondern kann auch deren Ausprägung quantifizieren. Dadurch lassen sich Unsicherheiten in der Annotation besser berücksichtigen als bei reinen Klassifikationsansätzen. Die Autoren sehen in Mamba-ADR eine vielversprechende Ergänzung zur klassischen Pharmakovigilanz. Während herkömmliche Meldesysteme oft unter Untererfassung leiden, können Social-Media-Daten frühzeitig Hinweise auf bisher unbekannte oder… 

Souveräne KI-Supercomputer: Nationale Rechenzentren für die Krebsforschung

Eine umfassende Übersicht beschreibt die wachsende Bedeutung sogenannter „sovereign AI supercomputers“ – national finanzierter und unter staatlicher Kontrolle stehender Hochleistungsrechner – für die biomedizinische Forschung. Diese Systeme ermöglichen die sichere Verarbeitung großer, sensibler Gesundheitsdaten und treiben KI-gestützte Anwendungen in der Krebsdiagnostik, personalisierten Medizin und Wirkstoffentwicklung voran. Die in der Fachzeitschrift Frontiers in Artificial Intelligence veröffentlichte Review analysiert die globale Verteilung und die technischen Kapazitäten dieser Infrastrukturen. Führend sind derzeit die USA mit Systemen wie Frontier und Aurora, gefolgt von Europa (u. a. JUPITER in Deutschland und LUMI in Finnland) und Asien (u. a. Tianhe-3 in China und Fugaku in Japan). Die Rechner erreichen Leistungen im Exaflops-Bereich und bieten die Rechenleistung, die für komplexe KI-Modelle in der Onkologie erforderlich ist. Ein zentrales Beispiel ist das britische „Cancer Vaccine AI & Supercomputing Project“. Auf dem nationalen Supercomputer „Dawn“ werden KI-Modelle mit über… 

Leichter KI-Algorithmus für die Analyse von Atemgasen entwickelt

Ein internationales Forschungsteam hat einen besonders leichten KI-Algorithmus entwickelt, der flüchtige organische Verbindungen (VOCs) in Atemgasgemischen präzise klassifizieren und quantifizieren kann. Die Technologie soll künftig die Grundlage für nicht-invasive Atemtests zur Früherkennung von Lungenkrebs liefern. Das Modell kombiniert ein Lightweight Local–Global Feature Fusion Network (LLGFN) mit einem GBDT–GRU-basierten Vorhersagemodell. In Experimenten mit synthetischen Gasgemischen aus Aceton, Ethanol und Isopropanol erreichte das System eine durchschnittliche Klassifikationsgenauigkeit von 96,2 Prozent – bei gleichzeitig sehr geringer Rechenlast. Das Modell ist so konzipiert, dass es auf portablen elektronischen Nasen (e-noses) eingesetzt werden kann. Es überwindet bisherige Limitationen bei der Modellierung langfristiger Abhängigkeiten und querkanaliger Korrelationen in Sensorsignalen und reduziert den Bedarf an manueller Merkmalsextraktion. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Frontiers in Bioengineering and Biotechnology veröffentlicht. Die Forscher sehen in der Technologie einen wichtigen Schritt hin zu klinisch einsetzbaren, nicht-invasiven Atemtests für die Krebsfrüherkennung.… 

Antikörper-Entwicklung: KI und Single-Cell-Technologien als Gamechanger

Eine neue Übersichtsarbeit beleuchtet, wie moderne Technologien die Entwicklung therapeutischer Antikörper grundlegend verändern. Besonders die Kombination von Single-Cell-Analysen und Künstlicher Intelligenz gilt als entscheidender Fortschritt. Die in der Fachzeitschrift Frontiers in Bioengineering and Biotechnology veröffentlichte Review beschreibt die Entwicklung der Antikörper-Display-Technologien von der klassischen Hybridom-Methode über Phagen-, Hefe- und ribosomales Display bis hin zu aktuellen Säugerzell-basierten und single-cell-basierten Systemen. Im Mittelpunkt steht die zunehmende Integration von Single-Cell-RNA-Sequenzierung (scRNA-seq) und KI-Methoden wie AlphaFold. Diese Kombination ermöglicht eine deutlich schnellere und präzisere Identifikation antigenspezifischer Antikörper sowie die Analyse seltener Zellpopulationen. Dadurch können Entwicklungszeiten verkürzt und die Erfolgsquote bei der Generierung klinisch nutzbarer Antikörper erhöht werden. Die Autoren weisen jedoch auf anhaltende Herausforderungen hin, darunter begrenzte Bibliotheksdiversität, Probleme bei der Expression und Glykosylierung sowie Fragen der Skalierbarkeit und Kosten. Sie betonen die Notwendigkeit interdisziplinärer Ansätze, um diese Hürden zu überwinden. Die Übersicht unterstreicht… 

Neuer Impfstoff gegen Fentanyl und Designer-Drogen

US-Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der nicht nur gegen Fentanyl wirkt, sondern auch gegen viele zukünftige synthetische Varianten des gefährlichen Opioids. Der Wirkstoff trainiert das Immunsystem, ein gemeinsames molekulares Merkmal der gesamten Fentanyl-Klasse zu erkennen. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen, die gegen einzelne Substanzen gerichtet waren, basiert der neue Impfstoff auf einem modifizierten Molekül, das ein zentrales Strukturelement der Fentanyle enthält. Dadurch werden Antikörper gebildet, die Fentanyl und gefährliche Derivate wie Carfentanil, China White oder Furanylfentanyl binden – medizinisch genutzte Opioide wie Morphin oder Oxycodon jedoch verschonen. In Mäusen reduzierte der Impfstoff die Fentanyl-Konzentration im Gehirn um etwa 70 Prozent. Gleichzeitig schützte er die Tiere vor lebensbedrohlicher Atemdepression, die bei Überdosierungen typisch ist. „Wir müssen nicht mehr hinter jedem neuen Designer-Drogen herjagen“, erklärte Kim Janda vom Scripps Research Institute. „Indem wir das Immunsystem auf die gesamte Fentanyl-Klasse trainieren, können wir… 

Chiles strenges Lebensmittelkennzeichnungsgesetz reduziert Übergewicht bei Kindern

Ein umfassendes Gesetzespaket zur Kennzeichnung und Werbebeschränkung ungesunder Lebensmittel hat in Chile messbar zu einer Reduktion von Übergewicht und Adipositas bei Vorschulkindern geführt. Das zeigt eine Studie, die im Fachjournal The Lancet veröffentlicht wurde. Das 2016 eingeführte „Food Labelling and Advertising Law“ (FLAL) verpflichtet Hersteller zu Warnhinweisen auf Produkten mit hohem Zucker-, Fett-, Salz- oder Kaloriengehalt. Zusätzlich wurden Werbung für solche Produkte an Kinder eingeschränkt und der Verkauf in Schulen verboten. Die Studie verglich Daten von über 300.000 Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren vor und nach Einführung des Gesetzes. Kinder, die sechs bis 18 Monate nach Inkrafttreten der ersten Phase in der Schule waren, hatten eine etwa zwei Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht oder Adipositas als Kinder gleichen Alters vor der Gesetzesänderung. Bei Mädchen lag die Risikoreduktion bei 2,9 Prozent, bei Jungen bei 2,4 Prozent. „Dies ist… 

Weltweit erster „gehirnähnlicher“ Chip für Quantencomputer und Weltraumforschung

Forscher der University of Hong Kong haben einen neuartigen neuromorphen Chip entwickelt, der bei extrem tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt funktioniert und das biologische Prinzip neuronaler Signalverarbeitung nachahmt. Der Chip aus Siliziumkarbid (SiC) könnte die Skalierbarkeit von Quantencomputern deutlich verbessern und ist auch für extreme Weltraumbedingungen geeignet. Das Team um Professor Zhang nutzt spezielle Siliziumkarbid-MOSFETs, die bei Temperaturen bis hinunter zu 10 Millikelvin (mK) ein energieeffizientes „Spiking“-Verhalten zeigen – ähnlich wie biologische Nervenzellen. Die Schaltkreise verbrauchen tausendfach weniger Energie als herkömmliche Elektronik und erzeugen dadurch deutlich weniger Wärme, ein zentrales Problem bei der Steuerung von Quantenbits (Qubits). Moderne Quantencomputer benötigen komplexe Steuerelektronik, die jedoch bei den erforderlichen Millikelvin-Temperaturen enorme Wärme produziert und die Skalierbarkeit begrenzt. Der neue Chip löst dieses Problem, indem er direkt neben den Quantenprozessoren betrieben werden kann. „Unsere Arbeit stellt eine Hardware-Plattform vor, die sich direkt…