LabNews Media LLC – Hamburg. Der Deutsche Kongress für Laboratoriumsmedizin (DKLM 2026) beginnt am 30. September im Congress Center Hamburg (CCH). Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) und der Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin (DVTA). Der Kongress läuft bis zum 2. Oktober.
Eröffnung und Preise
Der Kongress wird am 30. September um 18 Uhr mit der MedLabAwards-Zeremonie eröffnet. Einlass ist ab 18 Uhr, das Rahmenprogramm läuft bis 22 Uhr. Vergeben werden mehrere bedeutende Auszeichnungen, darunter der Biochemische Analytik Preis, dotiert mit 50.000 Euro, gestiftet von der Firma Sarstedt. Er gilt als eine der renommiertesten wissenschaftlichen Auszeichnungen in der deutschen Medizin. Die DGKL verleiht zudem den Ivar-Trautschold-Nachwuchspreis (10.000 Euro) und den Förderpreis Digitale Labormedizin (15.000 Euro).
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Das Leitthema lautet „Laboratory Medicine: Translating Science into Patient Care“ (Laboratoriumsmedizin: Wissenschaft in die Patientenversorgung übertragen). Das wissenschaftliche Programm fokussiert auf molekulare Methoden, Hochdurchsatztechnologien, Künstliche Intelligenz sowie die Integration mehrdimensionaler Daten.
Zu den bestätigten Plenarvorträgen gehören: Prof. Mathias Uhlén aus Stockholm mit „Protein Atlas: The Future of Biomarkers“; Prof. Klaus Pantel aus Hamburg mit „Liquid Biopsy: From Basics to Patient Care“; sowie Prof. Andreas Greinacher und Dr. Linda Schönborn von der Universitätsmedizin Greifswald zur Pathogenese von HIT und VITT.
Das DGKL Kolleg, ein praxisorientiertes Fortbildungsformat, umfasst vier Schwerpunkte: Diagnosestrategien bei myelodysplastischen Syndromen (MDS), Autoimmun- und Liquordiagnostik, Seltene Erkrankungen und Mitochondriopathien sowie neue Blutbiomarker in der Demenzdiagnostik.
Politisches Umfeld
Der Kongress findet in einer Phase finanzieller Konsolidierung im gesetzlichen Krankenversicherungssystem statt. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist am 30. Juli 2026 in Kraft getreten. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet dadurch im Jahr 2027 mit einer Entlastung von 16,3 Milliarden Euro. Parallel dazu prüft der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Nutzenbewertung unter anderem des Hautkrebsscreenings. Die Anforderungen an humangenetische IVD-Leistungen werden zum 1. Oktober um rund 31 Prozent abgesenkt.
Vor diesem Hintergrund haben die Veranstalter den wachsenden Regulierungsdruck auf das Gesundheitssystem ausdrücklich auf die Agenda gesetzt. Betont wird, dass Patientensicherheit und Diagnosequalität auch unter finanziellen Restriktionen gewährleistet bleiben müssen.
Format und Anerkennung
Der Kongress setzt auf KI-gestützte Echtzeitübersetzung: Vorträge in deutscher oder englischer Sprache können Teilnehmende über eigene Kopfhörer live in der jeweils anderen Sprache verfolgen. Die Ärztekammer Hamburg hat dem Kongress zwölf Fortbildungspunkte der Kategorie B zuerkannt.
