PARIS, 29. August (LabNews Media LLC) – Wer direkt nach einem Herzinfarkt den PCSK9-Hemmer Evolocumab erhält, erreicht Cholesterinziele häufiger und schneller. Ein Rückgang von Tod oder ungeplanten Herz-Kreislauf-Klinikaufnahmen binnen eines Jahres blieb in der Hauptanalyse aus. Das zeigt die Studie AMUNDSEN von Gilles Montalescot und Kollegen in JAMA (DOI: 10.1001/jama.2026.17302), vorgestellt auf dem Kardiologenkongress der ESC.
2161 Hochrisikopatientinnen und -patienten mit STEMI oder NSTEMI und geplanter Katheterbehandlung wurden in 48 Zentren in sechs Ländern randomisiert: Evolocumab vor der PCI plus Standardtherapie oder Standardtherapie allein. Das mittlere Alter lag bei 67 Jahren, 21 Prozent waren Frauen. Ziel war eine LDL-Senkung um mindestens 50 Prozent und ein Wert unter 55 mg/dl nach zwölf Monaten.
82 Prozent in der Evolocumab-Gruppe erreichten dieses Ziel, 40 Prozent unter Standardversorgung. Der Zielwert war nach im Mittel neun statt 19 Wochen erreicht. Tod oder ungeplante kardiovaskuläre Klinikeinweisung traten bei 14,6 gegen 15,4 Prozent auf – kein signifikanter Unterschied. Eine vorab festgelegte Per-Protokoll-Auswertung lag bei 10,2 gegen 14,3 Prozent.
Leitlinien empfehlen nach Infarkt eine intensive LDL-Senkung. In der Praxis bleiben viele unter dem Ziel, weil PCSK9-Hemmer oft erst spät oder gar nicht folgen. Die Studie spricht gegen einen raschen zusätzlichen Schutz jenseits der Lipidwirkung. Ein Jahr kann für Ereignisunterschiede zu kurz sein. Selbst mit Evolocumab verfehlte jede fünfte Person das LDL-Ziel.
