Heidelberg – Mit akustischer Manipulation lassen sich die Bildung und Selbstorganisation von künstlich hergestelltem Gewebe gezielt steuern. Das hat ein Forschungsteam am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) gezeigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erzeugten mithilfe von Schallwellen funktionelle Gefäßnetzwerke mit blutgefäßähnlichen Strukturen in vitro.
Unter der Leitung von Juniorprofessorin Dr. Daniela Duarte Campos konnten die Zellen präzise im Raum angeordnet werden. Innerhalb einer Woche bildeten sie selbstorganisierende Netzwerke, produzierten eine eigene extrazelluläre Matrix und aktivierten Gene, die mit der Bildung von Blutgefäßen in Verbindung stehen.
Die Forscherinnen und Forscher stellten fest, dass die Qualität des anfänglichen Akustik-Musters direkt mit der Reife der entstehenden Gewebestrukturen zusammenhängt. Sie definierten zudem biologische und physikalische Parameter, um möglichst realitätsnahe vaskularisierte 3D-Gewebe mit mehreren Zelltypen herzustellen. Solches Gewebe ist nach ihren Angaben sowohl für biomedizinische Studien als auch für die regenerative Medizin von Bedeutung.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Advanced Science veröffentlicht. Die Arbeiten zeigen nach Einschätzung des Teams, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neubildung und Selbstorganisation von Blutgefäßen im Labor erfüllt sein müssen.


