Kreatin, eine bei Sportlern beliebte Nahrungsergänzung, kann offenbar eine wichtige Klasse von Immunzellen aufladen und so die körpereigene Krebsabwehr unterstützen. Das zeigt eine Studie der University of California in Los Angeles (UCLA), die in der Fachzeitschrift „iScience“ veröffentlicht wurde.
Die Forscher um Professorin Lili Yang fanden heraus, dass Kreatin nicht nur Killer-T-Zellen, sondern auch dendritische Zellen mit Energie versorgt. Diese dendritischen Zellen erfassen Tumorfragmente und aktivieren die T-Zellen, die Tumore bekämpfen. In Mäuseversuchen verlangsamte die Gabe von Kreatin das Tumorwachstum deutlich und steigerte sowohl die Anzahl als auch die Aktivität der dendritischen Zellen im Tumor.
Die Wissenschaftler beobachteten, dass Kreatin den ATP-Spiegel in den Zellen erhöht und entzündliche Signalwege stabilisiert. Auch an menschlichen dendritischen Zellen zeigten sich positive Effekte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kreatin sowohl als Ergänzung zur bestehenden Immuntherapie als auch zur Verbesserung dendritischer Zellvakzinen genutzt werden könnte.
Die Studie wurde in Mausmodellen und menschlichen Zellen durchgeführt. Die Forscher betonen, dass noch keine klinischen Empfehlungen für Krebspatienten abgeleitet werden können. Künftige klinische Studien sollen klären, ob Kreatin die Wirksamkeit von Immuntherapien beim Menschen verbessern kann.

Original Paper
https://www.cell.com/iscience/fulltext/S2589-0042(26)00811-4
