Forscher der University of Waterloo haben ein leichtes und flexibles Polymermaterial entwickelt, das Blei in schweren Röntgenschürzen ersetzen könnte. Das neue Material bietet vergleichbaren Strahlenschutz bei einer Gewichtsreduktion von fast 90 Prozent und soll chronische Rücken- und Nackenschmerzen bei medizinischem Personal verringern.
Blei-Schürzen, die täglich über längere Zeit getragen werden, führen häufig zu muskuloskelettalen Beschwerden. Zudem geben sie Bleistaub ab, der eingeatmet oder verschluckt werden kann. Die Weltgesundheitsorganisation stuft jede Bleiexposition als gesundheitsschädlich ein.
Das Team um Professor Tizazu Mekonnen setzte auf Wolfram-Nanopartikel, die in ein weiches Silikon-basiertes Polymer eingebettet wurden. Durch gezielte Anordnung in Schichten (Gradienten) und die Verwendung stabförmiger Partikel gelang es, hohe Abschirmwirkung bei gleichzeitig hoher Flexibilität zu erreichen. Tests in Zusammenarbeit mit dem Grand River Hospital in Kitchener bestätigten die Wirksamkeit.
Das Material könnte nicht nur in der Medizin, sondern auch in anderen Bereichen mit Strahlenexposition eingesetzt werden. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Materials Today Physics veröffentlicht.
