Neue Studie: Parkinson kostet Europa jährlich 22,8 Milliarden Euro
Stockholm/Brüssel – Die gesellschaftlichen Kosten der Parkinson-Krankheit in Europa belaufen sich einer neuen Studie zufolge auf 22,8 Milliarden Euro im Jahr 2019. Hochgerechnet auf das Preisniveau von 2025 entspricht das 28,8 Milliarden Euro. Das berichtet die Fachzeitschrift Movement Disorders. Mit steigender Zahl der Betroffenen rechnen die Autoren mit wachsendem Druck auf Gesundheits- und Sozialsysteme.
Fred Hutch führt 15-Millionen-Dollar-Initiative für klinische Studie zu AML bei älteren Patienten
Seattle – Das Fred Hutchinson Cancer Center leitet eine neu finanzierte nationale klinische Studieninitiative über 15 Millionen Dollar. Ziel ist, Evidenz zu den besten Behandlungsstrategien für ältere Erwachsene mit akuter myeloischer Leukämie (AML) zu gewinnen. AML ist eine aggressive Blutkrebserkrankung; viele ältere Patienten stehen vor der Entscheidung zwischen Stammzelltransplantation und nicht-transplantativer Therapie. Finanziert wird die Initiative vom Patient-Centered Outcomes Research Institute.
KI-Tool sagt Hüftfraktur-Risiko besser voraus als herkömmliche Screening-Methoden
Göteborg – Ein Machine-Learning-Tool, das auf schwedischen nationalen Gesundheitsregisterdaten basiert, kann das Risiko für Hüftfrakturen mit hoher Genauigkeit vorhersagen – ohne persönliche Untersuchung. Es identifiziert deutlich mehr Risikopersonen als aktuelle klinische Screening-Verfahren. Die Studie erschien am 27. August in PLOS Medicine.
Forscher analysierten Daten von 3.542.647 Personen ab 50 Jahren über bis zu zehn Jahre; 142.327 erlitten eine Hüftfraktur. Das Modell FRACTURE-ML nutzte mehr als 100.000 Variablen aus Diagnosen, Medikamenten, Prozeduren sowie demografischen und sozioökonomischen Daten. Die Diskriminierungsfähigkeit lag bei einem AUC von 0,89 für die Ein-Jahres- und 0,85 für die Fünf-Jahres-Vorhersage. Eine vereinfachte Version mit 35 Variablen schnitt fast gleich ab. Im Vergleich zu bestehenden schwedischen Methoden lag die Sensitivität für Frakturen innerhalb von zwei Jahren bei 0,84 versus 0,12. Die Autoren betonen, dass Validierungen in anderen Ländern und Implementierungsstudien noch ausstehen.
RNA-Ansatz soll Hoffnung für Tausende unheilbarer genetischer Erkrankungen bieten
Toronto – Forscher der University of Toronto haben einen RNA-Therapeutika-Ansatz der nächsten Generation entwickelt. Er zielt auf genetische Erkrankungen ab, die bestimmte krankheitsverursachende Mutationen teilen. Im Mittelpunkt steht transfer-RNA (tRNA): Die Wissenschaftler konstruierten tRNA so, dass Zellen vorzeitige Stopp-Signale überlesen und vollständige Proteine produzieren können, die sonst verkürzt oder fehlend wären. Die Arbeit erschien in Science. Finanziert wurde sie unter anderem von den Canadian Institutes of Health Research und der Cystic Fibrosis Foundation.
Frühe Rasburicase-Gabe bei Tumorlyse-Syndrom senkt Risiko für Dialyse und Tod
Boston – Eine multizentrische Studie deutet darauf hin, dass eine frühe Gabe von Rasburicase das Risiko für Nierenversagen und Tod beim Tumorlyse-Syndrom (TLS) mindert. Forscher von Mass General Brigham verglichen in einem emulierten Target-Trial Patienten, die innerhalb von 12 Stunden nach TLS-Beginn Rasburicase erhielten, mit solchen, die später oder gar nicht behandelt wurden. Bei früher Behandlung war die Wahrscheinlichkeit für Dialyse oder Tod während des Krankenhausaufenthalts etwa ein Drittel geringer. Die Ergebnisse erschienen im BMJ.
Begriff „pflanzenbasiert“ wird von US-Erwachsenen unterschiedlich verstanden
Washington – Der Begriff „plant-based“ (pflanzenbasiert) wird von Erwachsenen in den USA unterschiedlich interpretiert. Das zeigt eine Studie im American Journal of Lifestyle Medicine. 56 Prozent verstanden darunter vegan (Verzicht auf alle tierischen Produkte), 35 Prozent den reichlichen Verzehr pflanzlicher Lebensmittel bei gleichzeitigem Verzehr von Fleisch, Milch und Eiern. Die Interpretation variierte nach Altersgruppe: 63 Prozent der 65- bis 94-Jährigen setzten „plant-based“ mit vegan gleich, gegenüber 51 Prozent der 18- bis 34-Jährigen.
Nahrungsmittelunsicherheit im späteren Leben mit Demenzrisiko verknüpft
Ann Arbor – Ältere Erwachsene, die sowohl in der Lebensmitte als auch im späteren Leben Nahrungsmittelunsicherheit erlebten, hatten laut einer Studie der University of Michigan ein fast vierfach erhöhtes Risiko für wahrscheinliche Demenz im Vergleich zu Personen, die durchgehend Nahrungsmittelsicherheit genossen. Die Ergebnisse erschienen im American Journal of Clinical Nutrition.
Giftnotruf kann viele Notaufnahmen bei Kleinkindern verhindern
New Brunswick – Ein Anruf bei der Giftnotrufzentrale könnte bis zu zwei Drittel der betroffenen Kleinkinder vor einem Krankenhausaufenthalt bewahren. Das berichten Forscher der Rutgers University in Clinical Toxicology.


