Frankfurt am Main (LabNews Media LLC) – Die Goethe-Universität hat Dr. Jana Dobelmann mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 zur Professorin für Evolutionsökologie der Hautflügler (Hymenoptera) ernannt. Zu dieser Insektengruppe gehören auch Bienen, die für funktionierende Ökosysteme und die globale Ernährungssicherheit unerlässlich sind. Dobelmanns Forschungsschwerpunkt liegt auf Viren in Honigbienen und Wildbienen sowie darauf, wie eingeschleppte Arten und neue Übertragungswege deren Gesundheit bedrohen.
„Ich untersuche, wie Handel, Landnutzung und invasive Arten die Ausbreitung von Krankheitserregern unter Bienen und anderen Bestäubern verändern – sowohl innerhalb einzelner Arten als auch zwischen verschiedenen Arten. Ich möchte verstehen, wie neu auftretende Krankheitserreger, Umweltveränderungen und das Mikrobiom der Insekten zusammenwirken und warum diese Faktoren die Bestäuber zunehmend unter Druck setzen. Dazu kombiniere ich molekulare, populationsgenetische und experimentelle Ansätze“, erklärte Dobelmann.
Ansiedlung und Bedeutung
Die Professur ist am Institut für Ökologie, Evolution und Diversität (OED) der Fakultät für Biowissenschaften und am Institut für Bienenforschung (IfB) angesiedelt. Das IfB beherbergt damit ab sofort zwei Forschungsgruppen. Mit der Ernennung stärkt die Goethe-Universität nach eigenen Angaben das IfB, dessen neues, von der Polytechnischen Gesellschaft finanziertes Gebäude kürzlich eröffnet wurde. Dobelmann unterzeichnete ihren Ernennungsvertrag bei der Eröffnung des neuen Gebäudes in Oberursel im Beisein von Universitätspräsident Enrico Schleiff, Dekan Sven Klimpel und Volker Mosbrugger, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft.
„Jana Dobelmann erweitert die Bienenforschung am IfB um die Ökologie von Wildbienen und die molekulare Epidemiologie. Dies ergänzt die langjährige Honigbienenforschung des Instituts um neue Perspektiven zur Ökologie und Gesundheit von Bestäubern. Gleichzeitig stärkt ihre Arbeit die Verbindungen zu den umweltbezogenen Forschungsschwerpunkten des OED. Unser Ziel ist es, das IfB als Zentrum für integrative Bestäuberforschung weiterzuentwickeln und die Verbindungen zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Anwendungen in Landwirtschaft, Naturschutz und Imkerei zu stärken“, so Klimpel.
Werdegang
Jana Dobelmann (*1992) erforscht, wie sich Umweltveränderungen auf die Ausbreitung von Krankheitserregern unter Bienen und anderen Bestäubern auswirken. Sie studierte Biologie an der Universität Münster und promovierte an der Te Herenga Waka – Victoria University of Wellington in Neuseeland, wo sie die Wechselwirkungen zwischen invasiven Ameisen und Honigbienen untersuchte. Anschließend forschte sie als Postdoktorandin an der Universität Ulm zur Virusübertragung zwischen Honigbienen und Wildhummeln.
Über die Professur
Die W1-Professur mit Tenure-Option ist nach Angaben der Universität Teil der strategischen Bemühungen, die Bienenforschung als Schlüsselelement zur Bewältigung globaler Herausforderungen in den Bereichen Biodiversität, Ökosystemgesundheit und Bestäuberforschung zu stärken. Die Professur soll zudem die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen intensivieren und die Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen wie den Senckenberg-Instituten, dem Institut für Sozial-Ökologische Forschung und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig festigen.
