Forschende haben ein konzeptionelles Rahmenwerk entwickelt, um IoT-fähige Medizingeräte in das Smart Grid Architecture Model (SGAM) für die häusliche Altenpflege in Europa einzubinden. Die Studie von Azad Aghajani, Marco Ciro Liscio, Lorenzo Scalise und Paolo Sospiro wurde in „Frontiers in Digital Health“ veröffentlicht (DOI: 10.3389/fdgth.2026.1897840). Sie ergänzt das Modell um eine ökonomische und energetische Bewertung.
Das Rahmenwerk bildet Gesundheitsgeräte, Akteure, Kommunikationswege und Funktionen über die Interoperabilitätsschichten, Domänen und Zonen des SGAM ab. Im Mittelpunkt stehen Interoperabilität, Datenaustausch und die Integration zwischen häuslicher Umgebung, Gesundheitsdiensten und energieeffizienter Infrastruktur. Analysiert wurden fünf verbreitete Heimüberwachungsgeräte: Pulsoximeter, Blutdruckmessgerät, digitales Thermometer, intelligentes EKG-Gerät und Blutzuckermessgerät. Die Bewertung basiert auf europäischen Sekundärdaten, Fachliteratur, Herstellerangaben und Marktschätzungen, nicht auf eigenen Messungen.
Im Referenzszenario ergibt die Analyse ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,75 und einen positiven Kapitalwert; eine Sensitivitätsanalyse mit drei Szenarien zeigt, dass das wirtschaftliche Ergebnis auch unter konservativen Annahmen positiv bleibt. Der kombinierte Stromverbrauch der Geräte wird auf etwa 0,12 Kilowattstunden pro Monat geschätzt – der direkte Energiebedarf ist damit gering.
Die Autoren schlussfolgern, dass der Hauptnutzen des SGAM in diesem Kontext nicht in Energieeinsparungen auf Geräteebene liegt, sondern in einem strukturierten Rahmen für Interoperabilität, Kommunikation, Datenaustausch und Integration in bestehende Pflegeinfrastrukturen. Mögliche Vorteile für die Kontinuität der Versorgung, die Autonomie und das Wohlbefinden älterer Menschen werden als erwartete Effekte diskutiert, die noch empirisch validiert werden müssen. Hintergrund ist der demografische Wandel: Weltweit wird die Zahl der über 65-Jährigen bis Ende der 2070er Jahre auf 2,2 Milliarden Menschen steigen und die Zahl der Kinder übertreffen.

