Die Gewerkschaftsföderation Sanitas hat im rumänischen Gesundheits- und Sozialwesen eine sogenannte japanische Streikaktion gestartet. Die Beschäftigten protestieren gegen das geplante neue Einheitliche Besoldungsgesetz für Beamte und drohen mit einer Generalstreik, falls ihre Forderungen weiter ignoriert werden.
Die Aktion begann am Dienstag (9. Juni 2026) mit dem Tragen von Armbinden als symbolischem Protest. Sanitas will damit ein klares Signal an die Regierung senden und zu Verhandlungen aufrufen. Die Forderungen umfassen unter anderem eine Referenzwert von 4.325 Lei, faire Besoldungskoeffizienten, die Beibehaltung des Schichtzuschlags von 15 Prozent sowie des Wochenendzuschlags von 100 Prozent und die Eingruppierung des administrativ-technischen Personals in dieselbe Anlage wie das medizinische Personal.
Sollten die Anliegen der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich weiter unbeachtet bleiben, plane Sanitas die Ausrufung eines Generalstreiks mit vollständiger Arbeitsniederlegung, hieß es. Die Gewerkschaft betonte zugleich, dass sie Lösungen und keinen Konflikt anstrebe und zu intensiven Verhandlungen bereit sei.
Kritiker der neuen Besoldungsregelung, darunter der Sanitas-Vertreter und Arzt Toni Popescu, warnten, dass das Gesetz zu Einkommensverlusten führen und den Personalmangel im Gesundheitswesen verschärfen werde. Die neue Grille sieht ab 2027 eine einheitliche Berechnung der Gehälter vor und soll Unterschiede zwischen verschiedenen Einrichtungen verringern, stößt bei den Gewerkschaften jedoch auf breiten Widerstand.
Die Proteste finden vor dem Hintergrund einer umfassenden Reform statt, die über 1,2 Millionen Staatsbedienstete betrifft.
