MELBOURNE, 29. August (LabNews Media LLC) – Atorvastatin reduziert bei Menschen ab 70 Jahren ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung schwere kardiovaskuläre Ereignisse um 30 Prozent. Ein längeres Leben ohne Demenz und bleibende körperliche Behinderung zeigte sich nicht. Das ist das Ergebnis der Studie STAREE von Sophia Zoungas und Kollegen im New England Journal of Medicine (DOI: 10.1056/NEJMoa2607314).
9971 Teilnehmende aus australischen Hausarztpraxen ohne klinische Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes oder Demenz erhielten doppelblind 40 Milligramm Atorvastatin täglich oder Placebo. Das mittlere Alter lag bei 74,7 Jahren, 52 Prozent waren Frauen. Nach im Median 5,9 Jahren traten schwere Ereignisse – kardiovaskulärer Tod, nichttödlicher Infarkt, Schlaganfall oder Koronarrevaskularisation – bei 6,0 Prozent unter Statin und 8,3 Prozent unter Placebo auf (Hazard Ratio 0,70). Tod, Demenz oder anhaltende Behinderung lagen bei 12,8 gegen 13,6 Prozent (Hazard Ratio 0,94, nicht signifikant).
Muskel-, Leber- und Diabetes-Nebenwirkungen waren unter Atorvastatin häufiger. Schwere unerwünschte Ereignisse betrafen je 2,7 Prozent. Ältere Menschen fehlten in früheren Statin-Studien oft. STAREE füllt diese Lücke für die Primärprävention. Der fehlende Effekt auf behinderungsfreies Überleben erklärt sich teilweise dadurch, dass viele Todesfälle nicht kardiovaskulär waren. Ob Leitlinien das Präventionsalter anheben, bleibt den Fachgesellschaften überlassen.
