Jeollanam-do – Ein Forschungsteam der Chonnam National University hat in einer Mausstudie nachgewiesen, dass die beiden sauerstoffabhängigen Transkriptionsfaktoren HIF1? und HIF2? im Skelettmuskel deutlich unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation veröffentlicht.
Die Wissenschaftler erzeugten myofaserspezifische Mausmodelle, in denen entweder alle drei Prolylhydroxylase-Domänen (PHDs) oder selektiv HIF1? beziehungsweise HIF2? stabilisiert wurden. Die Untersuchungen ergaben, dass HIF1? die Umwandlung in oxidative Muskelfasern fördert, gleichzeitig jedoch die mitochondriale Funktion beeinträchtigt und die Ausdauerleistung verschlechtert.
HIF2? zeigte dagegen positive metabolische Effekte: Die Aktivierung verbesserte die Glukosetoleranz, reduzierte die Gewichtszunahme unter fettreicher Ernährung, erhielt die mitochondriale Funktion und senkte die Nahrungsaufnahme. Besonders überraschend war, dass HIF2? im Skelettmuskel die Produktion und Sekretion von Erythropoetin (EPO) auslöste. Durch selektive Deletion von EPO im Muskel normalisierten sich die hämatologischen Veränderungen in den PHD-Knockout-Mäusen.
Die Studie unterstreicht, dass Skelettmuskeln nicht nur für Bewegung zuständig sind, sondern auch als endokrines Organ wirken können. Die unterschiedlichen Effekte der beiden HIF-Isoformen könnten künftig die Entwicklung gezielter Therapien bei Stoffwechselerkrankungen, altersbedingtem Muskelschwund und Erkrankungen mit gestörter Sauerstoffversorgung ermöglichen.
