CHICAGO, 31. August (LabNews Media LLC) – Wie Zellen und Gene im Tumorgewebe räumlich organisiert sind, lässt sich als „Grundriss“ vergleichen. Dieser Grundriss sagte in einer kleinen Lungenkrebsgruppe das Ansprechen auf Immuntherapie besser voraus als gängige Biomarker. Das berichtet Arjun Raman von der University of Chicago in Cell Reports Medicine (DOI: 10.1016/j.xcrm.2026.103013).
Das Team wertete veröffentlichte räumliche Transkriptome von 262 soliden Tumoren aus und beschrieb wiederkehrende räumliche Gruppen: Zell- und Gencluster, die sich zu größeren Einheiten bis zur ganzen Biopsie zusammenfügen. Künstliche Distanzmaße und ein gemeinsamer Merkmalsraum sollen Grundrisse unterschiedlicher Proben vergleichbar machen.
An 16 nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen mit klinischen Immuntherapiedaten plus mehr als 200 weiteren Tumoren wurde das Verfahren getestet. Für Eierstockkrebs und Chemotherapie ist eine Anwendung geplant. Räumliche Transkriptome erzeugen große Karten; bisher fehlte eine Sprache, um sie zu vergleichen.
16 Fälle reichen nicht für den Klinikalltag. Ob der Vorteil gegenüber PD-L1 oder Mutationslast in unabhängigen Kohorten hält, ist offen. Die Werkzeuge bleiben Forschungssoftware, kein zugelassenes Diagnostikum. Der Nutzen liegt zunächst darin, Mikroumgebung nicht nur als Zellliste, sondern als Struktur zu lesen.
