BAR HARBOR, 27. August (LabNews Media LLC) – Mutierte Blutstammzellen verändern ihr Umfeld im Knochenmark so, dass gesunde Zellen benachteiligt werden. Das berichtet ein Team um Jennifer Trowbridge vom Jackson Laboratory in Nature Cell Biology (DOI: 10.1038/s41556-026-02025-4).
Die Forschenden untersuchten die klonale Hämatopoese: Mit dem Alter tragen bestimmte Stammzellen Mutationen und produzieren überproportional viele Blutzellen. Die Erscheinung betrifft rund jeden fünften Menschen über 70 Jahre. Sie ist noch kein Krebs, erhöht aber das Risiko für Blutkrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
In Mausmodellen und menschlichen Proben zeigten mutierte Zellen Wirkung auf mesenchymale Stromazellen, die die Blutbildung stützen. Diese gerieten in einen seneszenten Zustand: Sie teilten sich nicht mehr normal, blieben aber aktiv und setzten Signalstoffe frei. Dadurch entstand ein Milieu, das den Mutanten nützt. Das Knochenmark alterte schneller, als es dem kalendarischen Alter entspräche. Wurden seneszente Stützzellen in Mäusen entfernt, wuchsen die mutierten Klone langsamer, das Fortschreiten in Richtung Blutkrebs verzögerte sich.
Die Arbeit stellt die Annahme infrage, allein die Mutation mache Zellen fitter. Sie verändern zusätzlich den „Boden“, auf dem sie wachsen. Welche Signalstoffe das beim Menschen genau auslösen, ist offen. Ob sich seneszente Zellen sicher und gezielt behandeln lassen, muss sich erst zeigen. Ähnliche Wechselwirkungen zwischen mutierten Zellen und ihrem Umfeld könnten auch in anderen Geweben eine Rolle spielen.

Credits
Das Jackson Laboratorium
