Zürich – Sogenannte Satelliten-DNA, lange als „Junk-DNA“ abgetan, dient als barcode-ähnliches Erkennungsmuster, mit dem Chromosomenpaare während der Meiose zueinanderfinden. Das zeigt eine Studie der ETH Zürich, die in Nature Communications veröffentlicht wurde (DOI: 10.1038/s41467-026-74398-x).
Das Team um Lena Skrutl und Madhav Jagannathan untersuchte die Eizellbildung bei der Fruchtfliege Drosophila. Dabei stellte sich heraus, dass die sich rasch verändernden Satelliten-DNA-Wiederholungen als einzigartige Erkennungsmuster wirken. Das Protein D1 fungiert anschließend als molekularer Klebstoff, der die passenden Chromosomen zusammenhält.
Werden die Satelliten-DNA-Muster von Chromosomen entfernt, kommt es zu Paarungsfehlern und Fehlpaarungen mit falschen Partnern. Die Forschenden sehen darin auch einen möglichen Mechanismus der Artbildung: Unterschiedliche Satelliten-DNA-Muster in isolierten Populationen können die Fortpflanzung erschweren.
Der Begriff „Junk-DNA“ sei nicht mehr haltbar, betonen die Autoren. Die Ergebnisse zeigen, dass diese DNA-Abschnitte eine wichtige Funktion bei der korrekten Chromosomenverteilung in der Meiose der Fruchtfliege haben. Ob der Mechanismus auch bei anderen Arten, einschließlich des Menschen, greift, müsse noch untersucht werden.

