Umeå (Labnews Media LLC) – Forschende der Umeå University haben erstmals eine vollständige dreidimensionale Kartierung einer gesamten menschlichen Bauchspeicheldrüse eines Spenders mit spät einsetzendem Typ-1-Diabetes erstellt. Die Studie zeigt, dass Insulin-produzierende Betazellen auch lange nach Ausbruch der Erkrankung in erheblicher Zahl erhalten bleiben können – ein Befund, der auf einen komplexeren Krankheitsverlauf hinweist als bisher angenommen.
Die Analyse ergab, dass die klassischen Langerhans-Inseln weitgehend von Betazellen entleert waren. Außerhalb dieser Inselstrukturen fanden die Forschenden jedoch eine große Anzahl von Insulin-produzierenden Zellen, die vor allem als einzelne Zellen oder kleine Cluster vorlagen und von anderen endokrinen Zelltypen isoliert waren. Insgesamt wurden Hunderttausende Insulin-positive Objekte identifiziert.
Ulf Ahlgren, Professor am Department of Medical and Translational Biology der Umeå University, erklärte, die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die Bauchspeicheldrüse Betazellen auf eine bisher nicht erkannte Weise erhalten könne. Diese Zellen seien möglicherweise resistenter gegen Zerstörung oder könnten sich neu bilden.
Die Forschenden betonen, dass herkömmliche, auf die Inseln fokussierte Analysen die tatsächliche Anzahl überlebender Betazellen bei Typ-1-Diabetes unterschätzen könnten. Die neuen Befunde weisen auf ein bisher übersehenes zelluläres Reservoir hin, das langfristig ein Ziel für neuartige Therapiestrategien werden könnte.
Die Studie wurde mit hochauflösenden bildgebenden Verfahren durchgeführt und in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht. Die Forschenden sehen in der Ganzorgan-3D-Bildgebung ein zukunftsweisendes Werkzeug für die Untersuchung von Typ-1-Diabetes und anderen pankreasbezogenen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Die Ergebnisse könnten das Verständnis des Krankheitsverlaufs verändern und neue Ansätze zur Erhaltung oder Regeneration von Betazellen eröffnen.
Journal
Science Advances
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