Berlin (LabNews Media LLC) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Umweltinstitut München und Protect the Planet haben die Europäische Kommission aufgefordert, die zum 31. Januar 2027 auslaufende Genehmigung des Pestizidwirkstoffs Sulfurylfluorid nicht zu verlängern. Der Wirkstoff wird vor allem zur Begasung von Export-Holz eingesetzt.
Sulfurylfluorid wirkt über einen Zeitraum von 20 Jahren etwa 7.500-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Allein in Deutschland verursachte der Einsatz des Wirkstoffs in den Jahren 2020 bis 2024 einen jährlichen Klimaschaden, der der Freisetzung von rund drei Millionen Tonnen CO? entspricht. Das entspricht in etwa den jährlichen Emissionen einer Großstadt wie Wiesbaden oder Aachen.
Die Umweltorganisationen kritisieren, dass der Hersteller Douglas BLG BVBA im laufenden Neubewertungsverfahren der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zentrale Informationen zu Wirksamkeit, Anwendungen und Klimafolgen nicht ausreichend dargelegt habe. Besonders die weit verbreitete Begasung von Holz in Seecontainern werde in der Bewertung nicht angemessen berücksichtigt. Dabei gelange das Gas durch Leckagen und anschließendes Lüften direkt in die Atmosphäre.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte aufgrund einer Klage der DUH bereits einen Teil der nationalen Zulassung für die Begasung von Export-Holz in deutschen Seehäfen widerrufen. Die DUH kritisiert jedoch die Übergangsfristen, nach denen vorhandene Lagerbestände noch bis zu sechs Monate abverkauft und bis zu 18 Monate eingesetzt werden dürfen. Gegen diese Fristen hat die DUH Widerspruch eingelegt und kündigt im Falle einer Abweisung Klage an.
Die Umweltverbände weisen darauf hin, dass die Anwendung von Sulfurylfluorid in der Praxis häufig über die genehmigten Ausnahmefälle hinausgehe und dass es Hinweise auf unzureichende Wirksamkeit gebe. Einige Importländer wie China äußerten bereits Bedenken, und die Niederlande stellen keine Pflanzengesundheitszeugnisse mehr für mit Sulfurylfluorid begaste Holzstämme aus.
Die DUH und ihre Partner fordern die Europäische Kommission auf, im laufenden Verfahren die Klimaschädlichkeit und die tatsächliche Anwendungspraxis angemessen zu berücksichtigen und die Genehmigung nicht zu verlängern. Sie sehen in Sulfurylfluorid einen Klimakiller, dessen Einsatz vermieden werden müsse.

