Boston (Labnews Media LLC) – Ein von der Salk Institute entdecktes Vitamin-D-Analogon hat in einer klinischen Studie das dichte Bindegewebe um Bauchspeicheldrüsenkrebs-Tumore aufgelockert und die Wirksamkeit einer Chemotherapie verbessert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Cancer veröffentlicht.
Die randomisierte Studie am Dana-Farber Cancer Institute untersuchte 36 Patienten mit zuvor unbehandeltem metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Teilnehmer erhielten eine Standard-Chemotherapie (Gemcitabin plus nab-Paclitaxel) entweder mit Placebo oder mit dem Vitamin-D-Analogon Paricalcitol (intravenös oder oral).
Paricalcitol erwies sich als sicher und gut verträglich. In den Biopsien vor und nach der Behandlung zeigte sich, dass der Wirkstoff die Aktivierung von Fibroblasten im Tumorgewebe reduzierte, ohne deren Anzahl zu verringern, und gleichzeitig die Infiltration von T-Zellen erhöhte. Diese Veränderungen im Tumormikromilieu machen den Tumor anfälliger für eine Chemotherapie.
Obwohl die Studie primär auf Sicherheit ausgelegt war, zeigten sich Hinweise auf eine bessere Wirksamkeit bei Patienten mit hoher Expression des Vitamin-D-Rezeptors. In dieser Gruppe waren partielle Remissionen häufiger und mehr Patienten blieben nach einem Jahr progressionsfrei.
Die Entdeckung geht auf grundlegende Forschungsarbeiten von Ronald Evans am Salk Institute zurück, der die Rolle des Vitamin-D-Rezeptors bei der Regulation von Fibroblasten in Leber und Bauchspeicheldrüse untersucht hatte. Paricalcitol, das bereits für die Behandlung einer Nebenschilddrüsenüberfunktion bei chronischer Nierenerkrankung zugelassen ist, wurde in dieser Studie erstmals gezielt zur Umprogrammierung des Tumormikromilieus beim Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Paricalcitol als stromale Umprogrammierungstherapie eingesetzt werden könnte, um Therapieresistenzen zu überwinden. Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Schritt hin zu einer gezielteren Behandlung des Bauchspeicheldrüsenkrebses, einer der aggressivsten Tumorerkrankungen.
Die Studie wurde von verschiedenen Institutionen und Stiftungen unterstützt, darunter die US National Institutes of Health, Stand Up to Cancer und die Lustgarten Foundation.
Journal
Nature Cancer
DOI


