Gürtelrose (Herpes zoster) führt in den allermeisten Fällen nicht zu einer relevanten Verkürzung der Lebenserwartung. Die direkte Sterblichkeit ist sehr gering.
Nach aktuellen epidemiologischen Daten liegt die herpes-zoster-assoziierte Sterblichkeitsrate in Europa bei 0 bis über 0,07 pro 100.000 Einwohner und Jahr. Bei Personen über 65 Jahren ist sie etwas höher, bleibt jedoch insgesamt niedrig. Die Fallsterblichkeit bei hospitalisierten Patienten beträgt in modernen Studien zwischen 0,85 und 1,3 Prozent – fast ausschließlich bei stark immungeschwächten oder sehr alten Menschen.
Bei immunkompetenten Personen verläuft die Erkrankung in der Regel harmlos und heilt innerhalb weniger Wochen ab. Schwere Komplikationen wie Enzephalitis oder generalisierte Infektionen treten fast nur bei Risikopatienten auf.
Indirekte Effekte wie ein leicht erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall in den Monaten nach einer Gürtelrose sind in Studien beschrieben, haben jedoch nur einen moderaten Einfluss auf die Gesamtprognose.
Die beste vorbeugende Maßnahme ist die Impfung mit dem rekombinanten Zoster-Impfstoff, die das Erkrankungsrisiko um über 90 Prozent senkt und auch schwere Verläufe sowie die häufige Post-Zoster-Neuralgie deutlich reduziert. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung ab 60 Jahren sowie früher bei bestimmten Risikogruppen.
