Forscher der University of California San Diego haben festgestellt, dass die Zahl der Drogentodesfälle in den USA zwischen 2023 und 2024 drastisch gesunken ist. Dies markiert den ersten dokumentierten Rückgang in allen vier Wellen der Drogenkrise des Landes. Die Studie, die am 2. Juni 2026 in der Fachzeitschrift
„Addiction“ veröffentlicht wurde , ergab, dass der landesweite Rückgang hauptsächlich auf sinkende Todesfälle durch illegales Fentanyl zurückzuführen ist, sowohl allein als auch in Kombination mit Stimulanzien wie Methamphetamin und Kokain. Trotz dieses ermutigenden Trends warnen die Forscher, dass die Zahl der Drogentodesfälle durch Stimulanzien ohne Fentanyl sowie die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Xylazin weiter steigt und die ethnischen Ungleichheiten weiterhin gravierend sind.
Die Forscher analysierten nationale Daten zur Überdosissterblichkeit aus der WONDER-Datenbank (Wide-ranging ONline Data for Epidemiologic Research) der Centers for Disease Control and Prevention und untersuchten jeden registrierten Todesfall durch Überdosis in den Vereinigten Staaten zwischen 1999 und 2024. Das Team verfolgte Trends nach Substanzkonsum sowie Rasse und ethnischer Zugehörigkeit, wodurch es nachvollziehen konnte, wie sich die Überdosiskrise im Laufe der Zeit entwickelt hat.
Die Studie ergab, dass die nationale Rate der Todesfälle durch Überdosen zwischen 2023 und 2024 um 24,4 % auf 23,7 Todesfälle pro 100.000 Einwohner sank. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf die sinkenden Todesfälle im Zusammenhang mit Fentanyl zurückzuführen. Die Zahl der Todesfälle durch Fentanyl ohne Stimulanzien ging von 31.193 im Jahr 2023 auf 19.673 im Jahr 2024 zurück, während die Zahl der Todesfälle durch Fentanyl in Kombination mit Stimulanzien von 41.583 auf 28.062 sank.
Forscher beschreiben die US-amerikanische Überdosepidemie als in vier Wellen verlaufend: verschreibungspflichtige Opioide, Heroin, Fentanyl und, in jüngster Zeit, Fentanyl in Kombination mit Stimulanzien wie Methamphetamin oder Kokain. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die vierte Welle – die aufgrund des Konsums mehrerer Substanzen als besonders tödlich gilt – im Jahr 2024 erstmals zurückging.
Gleichzeitig identifizierte die Studie neue Warnzeichen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Stimulanzien ohne Fentanyl stieg weiter an, von 18.142 im Jahr 2023 auf 18.907 im Jahr 2024. Diese Todesfälle machten 2023 17,3 % aller Überdosierungstodesfälle aus, dieser Anteil stieg jedoch bis 2024 auf 23,8 %. Xylazin, ein in der Veterinärmedizin eingesetztes Beruhigungsmittel, das zunehmend im illegalen Drogenhandel auftaucht, wurde ebenfalls mit einem wachsenden Anteil der Fentanyl-bedingten Überdosierungstodesfälle in Verbindung gebracht.

