Der Wirkstoff Nipocalimab von Johnson & Johnson hat in einer Phase-2-Studie bei Patienten mit mittelschwerem bis schwerem systemischem Lupus erythematodes (SLE) positive Ergebnisse erzielt. Das Präparat erreichte den primären Endpunkt und zeigte eine anhaltende Reduktion der Krankheitsaktivität über 52 Wochen.
In der JASMINE-Studie erreichte eine signifikant höhere Anzahl der mit Nipocalimab behandelten Patienten eine SRI-4-Antwort im Vergleich zur Placebogruppe. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei autoantikörperpositiven Patienten, die etwa 80 Prozent der SLE-Betroffenen ausmachen. Auch der Anteil der Patienten, die einen Lupus Low Disease Activity State (LLDAS) erreichten, war in dieser Gruppe deutlich höher.
Nipocalimab blockiert selektiv den neonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) und senkt dadurch pathogene IgG-Autoantikörper und Immunkomplexe. Es handelt sich um den ersten Nachweis einer Wirksamkeit einer FcRn-Blockade bei SLE. Das Sicherheitsprofil entsprach den Erwartungen aus früheren Studien.
Die Ergebnisse werden als Late-Breaking-Präsentation auf dem EULAR-Kongress 2026 in London vorgestellt. Nipocalimab hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA bereits den Fast-Track-Status für SLE erhalten. Die Phase-3-Studie GARDENIA ist derzeit rekrutierend.
Richard Furie, Chefarzt der Rheumatologie am Northwell Health, bewertete die Daten als ermutigend für eine gezielte Therapieoption bei SLE. Leonard Dragone von Johnson & Johnson erklärte, die Ergebnisse unterstützten die weitere Entwicklung von Nipocalimab als immunselektive Behandlung.
SLE ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die vor allem Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren betrifft und zu Entzündungen in verschiedenen Organen führen kann.
