Potsdam – Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP hat am Potsdam Science Park eine neue Infrastruktur für die Kernmagnetische Resonanzspektroskopie (NMR) in Betrieb genommen. Sie soll Unternehmen der Kunststoff-, Faser- und Werkstoffindustrie bei der Entwicklung und Optimierung anspruchsvoller Polymermaterialien unterstützen.
Das 500-MHz-NMR-Spektrometer ist mit zusätzlichen Probenköpfen ausgestattet und kann Flüssigkeiten, Gele und Feststoffe analysieren. Damit lassen sich unter anderem schwer lösliche Substanzen, chemisch beständige Kunststoffe und Carbonfaser-Zwischenprodukte untersuchen. Diffusions-NMR unterscheidet Polymere, Oligomere und Monomere anhand ihrer Beweglichkeit und liefert Informationen zu Molekülgrößen und Transportprozessen. Eine erweiterte Temperiereinheit ermöglicht Messungen von minus 150 bis plus 150 Grad Celsius und damit die Verfolgung von Reaktionen unter praxisnahen Bedingungen.
Weitere Anwendungen umfassen die Festkörper-NMR-Analyse von Mikroplastik in Böden sowie die Untersuchung molekularer Veränderungen bei der thermischen Umwandlung von Carbonfaser-Präkursoren. Die neue Analytik erlaubt präzisere Aussagen zu Struktur-Eigenschafts-Beziehungen und unterstützt Qualitätskontrolle sowie Prozessoptimierung. Verantwortlich für die NMR-Analytik am Fraunhofer IAP ist Dr. Melanie Bartel. Die Infrastruktur steht für gemeinsame Entwicklungsprojekte und industrielle Kooperationen zur Verfügung.
