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Hormonmuster im Blut könnte Endometriose-Diagnose erleichtern

Eine Studie aus Großbritannien deutet darauf hin, dass bestimmte Androgen-Hormone im Blut eine Endometriose mit hoher Genauigkeit anzeigen können. Frauen mit der Erkrankung wiesen deutlich erhöhte Spiegel sogenannter 11-oxygenierter Androgene auf. Hintergrund Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Die Diagnose erfolgt derzeit meist erst nach jahrelangem Leidensweg und erfordert in der Regel eine Bauchspiegelung. Ein einfacher Bluttest könnte die Diagnose deutlich beschleunigen. Studienergebnisse In der Untersuchung wurden Blutproben von 159 Frauen mit bestätigter Endometriose und 57 Frauen ohne die Erkrankung analysiert. Die Forscherinnen und Forscher fanden ein charakteristisches Hormonmuster bei den Betroffenen: Die Konzentrationen von 11-oxygenierten Androgenen, insbesondere von 11-Ketotestosteron, waren signifikant erhöht. Mithilfe dieses Musters konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwischen den beiden Gruppen mit einer Genauigkeit von über 95 Prozent unterscheiden. Mögliche Bedeutung Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass neben den… 

Mehr als 1,15 Millionen Kinderwunschbehandlungen in Europa im Jahr 2023

In Europa wurden 2023 mehr als 1,15 Millionen Behandlungszyklen mit assistierter Reproduktion durchgeführt. Daraus resultierten rund 247.000 geborene Kinder. Der Anteil der Kryozyklen (Frozen Embryo Transfer) steigt weiter und liegt inzwischen bei 43 Prozent aller Behandlungen. Wichtige Entwicklungen Die Daten stammen aus dem European IVF Monitoring (EIM) Consortium der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE). Demnach wurden in 36 europäischen Ländern insgesamt 1.156.316 Behandlungszyklen gemeldet. Davon entfielen 401.483 auf Kryozyklen. Die Geburtenrate pro Embryotransfer war bei Kryozyklen mit 27,6 Prozent höher als bei frischen IVF- (24,4 %) und ICSI-Zyklen (23,5 %). Die Rate von Mehrlingsgeburten erreichte einen neuen Tiefstand. Komplikationen wie das ovariale Überstimulationssyndrom traten nur selten auf (0,18 % der Zyklen). Hintergrund Seit 1997 erfasst das EIM-Konsortium die Entwicklung der assistierten Reproduktion in Europa. Insgesamt wurden bislang über 15,8 Millionen Behandlungszyklen und mehr als 3,27 Millionen Kinder… 

Jede fünfte Verwandte von Brust- und Eierstockkrebspatientinnen in Estland trägt risikoreiche Genvarianten

Eine Studie aus Estland zeigt, dass bei Verwandten von Frauen mit Brust- oder Eierstockkrebs häufig erbliche Risikogene nachweisbar sind. Von 3.472 getesteten Personen trugen 19,7 Prozent pathogene Varianten in Krebsrisikogenen. Hintergrund Bestimmte genetische Veränderungen, insbesondere in den Genen BRCA1 und BRCA2, erhöhen das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erheblich. In Familien mit bereits erkrankten Personen wird daher eine genetische Testung von Verwandten empfohlen, um Risikoträger frühzeitig zu identifizieren und präventive Maßnahmen einzuleiten. In Estland werden solche Tests seit vielen Jahren durchgeführt. Studienergebnisse Die Auswertung der Daten von 2007 bis 2023 ergab, dass bei 19,7 Prozent der getesteten Verwandten krankheitsverursachende Genvarianten vorlagen. Davon entfielen 59 Prozent auf BRCA1 oder BRCA2. Auffällig war, dass 34 Prozent der getesteten Männer eine pathogene Variante trugen. Die Nachweisrate war bei Personen unter 30 Jahren besonders hoch. Bei Verwandten mit bereits bekannter familiärer Variante lag die… 

KI hilft, die molekulare Ordnung von Wasser systematisch zu beschreiben

Forscher der Universität Osaka haben mithilfe von maschinellem Lernen ein Verfahren entwickelt, um Strukturmerkmale von unterkühltem Wasser objektiv zu bewerten. Die Methode soll helfen, die komplexen molekularen Zustände von Wasser besser zu verstehen und vergleichbar zu machen. Hintergrund Wasser weist auch im flüssigen Zustand ungewöhnliche Eigenschaften auf, die mit Veränderungen seiner molekularen Struktur zusammenhängen. Besonders im unterkühlten Bereich existieren zwei unterschiedliche flüssige Phasen – eine hochdichte (high-density liquid, HDL) und eine niedrigdichte Form (low-density liquid, LDL). Diese Strukturen werden durch Wasserstoffbrückenbindungen bestimmt und verändern sich mit Temperatur und Druck. Bisher fehlte jedoch ein einheitliches System, um die verschiedenen vorgeschlagenen Strukturdeskriptoren systematisch zu vergleichen. Der Einsatz von KI Die Forschenden nutzten ein neuronales Netz, um 16 etablierte Strukturdeskriptoren zu bewerten. Diese Kennzahlen beschreiben unter anderem die tetraedrische Anordnung der Wassermoleküle oder die lokale Dichte. Mithilfe von Molekulardynamik-Simulationen trainierten die Wissenschaftler das… 

Enquete-Kommission Corona befasst sich mit wirtschaftlichen Folgen und Branchenhilfen

Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags zur Corona-Pandemie hält am 9. Juli 2026 eine öffentliche Anhörung zum Thema „Wirtschaftliche Folgen und Branchenhilfen“ ab. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der Pandemie auf verschiedene Wirtschaftszweige sowie die Wirksamkeit und Ausgestaltung der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen. Hintergrund Die Enquete-Kommission „Corona“ untersucht rückblickend die gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Nach der Bewältigung der akuten Phase rückt nun die Aufarbeitung der langfristigen wirtschaftlichen Schäden und der eingesetzten Hilfsprogramme in den Fokus. Branchen wie Gastronomie, Tourismus, Kultur, Einzelhandel und Veranstaltungswirtschaft waren besonders stark betroffen. Ziel der Anhörung In der Anhörung sollen Experten aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft die ökonomischen Folgen der Lockdowns und Kontaktbeschränkungen sowie die Effektivität der Corona-Hilfen bewerten. Dabei geht es auch um die Frage, welche Maßnahmen zielgenau waren und wo Nachbesserungsbedarf besteht. Die Ergebnisse sollen in die abschließenden Empfehlungen der Kommission einfließen. Einordnung Die… 

35. EADV-Kongress in Wien mit umfangreichem wissenschaftlichem Programm

Vom 30. September bis 3. Oktober 2026 findet in Wien der 35. Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) statt. Das wissenschaftliche Programm umfasst mehr als 170 Sitzungen und richtet sich sowohl an Nachwuchsmediziner als auch an erfahrene Fachärzte. Schwerpunkte des Programms Das vier tägige Programm gliedert sich in die zentralen Tracks „Updates“, „Training and Education“, „Controversies“ und „Focus on“. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Themen JAK-Inhibitoren sowie praktischen diagnostischen und therapeutischen Algorithmen. Darüber hinaus gibt es Plenarsitzungen zu Biomarkern, Phototherapie, klinischer Fotografie, dem Tumormikromilieu und sozialen Medien. Weitere Angebote Ergänzt wird das Programm durch Late-Breaking-Sessions mit aktuellen Studien, ästhetisch-dermatologische Sitzungen zu Lasern, Fillern und regenerativer Medizin sowie zahlreiche subspezialisierte Sitzungen zu Themen wie Hidradenitis suppurativa, Vitiligo, Melanom, atopischer Dermatitis und sexuell übertragbaren Infektionen. Ein Quiz für Assistenzärzte (EADV Games) sowie interaktive Workshops runden das Angebot ab. Bedeutung für… 

Fachgesellschaften fordern raschen Zugang zu neuer Therapie beim Pankreaskarzinom

Deutsche Fachgesellschaften fordern einen schnellen Zugang zu Daraxonrasib für Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom. In einer Phase-III-Studie zeigte der Wirkstoff bei vorbehandelten Patienten eine signifikante Verbesserung des Überlebens im Vergleich zur Standardchemotherapie. Hintergrund Das metastasierte Pankreaskarzinom hat trotz Fortschritten in der Onkologie weiterhin eine ungünstige Prognose. Für Patienten nach Versagen der Erstlinientherapie stehen bisher nur begrenzte Behandlungsoptionen zur Verfügung. Neue zielgerichtete Therapien, die den RAS-Signalweg hemmen, gelten als vielversprechend, da RAS-Mutationen bei einem Großteil der Pankreaskarzinome vorliegen. Studienergebnisse In der randomisierten Phase-III-Studie RASolute 302 mit vorbehandelten Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas führte Daraxonrasib im Vergleich zur Standardchemotherapie zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Ansprechraten, des progressionsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens. Die Ergebnisse wurden auf dem ASCO-Kongress präsentiert und im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Forderung der Fachgesellschaften Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), die Arbeitsgemeinschaft Internistische… 

Neues Bestrahlungskonzept ermöglicht Organerhalt bei Enddarmkrebs

Ein neues MR-gefühtes Dosiseskalationsschema hat bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs in vielen Fällen eine Operation erspart. Nach der Behandlung wiesen 91 Prozent der Patienten keinen oder nur minimalen Resttumor auf, sodass zunächst auf einen chirurgischen Eingriff verzichtet werden konnte. Hintergrund Bei lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinomen ist die vollständige chirurgische Entfernung des Enddarms mit einem künstlichen Darmausgang oder Funktionseinschränkungen verbunden. Ziel moderner Therapiekonzepte ist es daher, durch eine intensive Vorbehandlung möglichst viele Patienten für ein sogenanntes Watch-and-Wait-Verfahren geeignet zu machen, bei dem auf eine Operation verzichtet wird, solange kein Tumorrest nachweisbar ist. Das MARS-Schema Das an der Universitäts-Strahlenklinik Tübingen entwickelte Konzept kombiniert eine Standard-Radiochemotherapie mit einer wöchentlichen, online-adaptiven Boost-Bestrahlung des Tumors und suspekter Lymphknoten. Die zusätzliche Dosiseskalation erfolgt unter Echtzeit-MR-Bildgebung am 1,5-Tesla-MR-Linac. Dadurch kann die Strahlendosis präzise an die aktuelle Tumorlage angepasst werden. Ergebnisse In einer Kohorte von 34 Patienten mit… 

Neue Immuntherapie zeigt Wirkung bei seltener Nervenerkrankung

Ein bislang für das multiple Myelom zugelassener Wirkstoff hat bei zwei Patientinnen mit einer schweren autoimmunen peripheren Nervenerkrankung zu einer raschen und deutlichen Besserung geführt. Die IgM-Antikörper, die die Nerven schädigen, waren nach der Behandlung nicht mehr nachweisbar. Die Erkrankung Bei der betroffenen Form einer autoimmunen peripheren Neuropathie produziert das Immunsystem überschießend IgM-Antikörper. Diese greifen die Markscheiden der peripheren Nerven an, stören die Signalübertragung und führen langfristig zum Untergang von Nervenzellen. Bisherige Therapien wie Kortison, Immunsuppressiva oder Plasmapherese zeigen oft nur begrenzte und vorübergehende Effekte. Die neue Therapie Teclistamab ist ein bispezifischer Antikörper, der ursprünglich zur Behandlung des multiplen Myeloms entwickelt wurde. Er richtet sich gegen das BCMA-Molekül auf Plasmazellen und führt zu deren gezielter Zerstörung. Dadurch wird die Produktion der krankmachenden Antikörper unterbunden. Der Wirkstoff wurde bei den beiden Patientinnen im Rahmen eines individuellen Heilversuchs eingesetzt. Ergebnisse bei den… 

Neues KI-System unterstützt Therapieentscheidungen bei Blutkrebs

Ein neues KI-gestütztes System namens HemaGuide soll Ärzte bei der Auswahl geeigneter Therapien für komplexe Blutkrebserkrankungen unterstützen. Das System wertet unstrukturierte Arztbriefe aus und kombiniert sie mit Leitlinien, einer großen Datenbank früherer Tumorboard-Entscheidungen sowie Fachliteratur. Hintergrund Die Behandlung von Blutkrebs ist zunehmend komplex. Ärzte müssen zahlreiche Faktoren wie Krankengeschichte, genetische Veränderungen, Begleiterkrankungen und neu zugelassene Medikamente berücksichtigen. Schwierige Fälle werden in interdisziplinären Tumorboards besprochen – ein zeit- und personalintensiver Prozess, der insbesondere kleineren Kliniken oft nicht in gleicher Qualität zur Verfügung steht. Funktionsweise von HemaGuide HemaGuide analysiert medizinische Dokumente und erstellt daraus Therapieempfehlungen. Das System kann auch molekulare Tumorboard-Aufgaben übernehmen und läuft lokal auf Krankenhausservern, sodass Patientendaten das Haus nicht verlassen müssen. Die Verarbeitung einzelner Fälle dauert weniger als eine Minute. Leistung des Systems In einer retrospektiven Auswertung von 555 Tumorboard-Fällen mit 47 verschiedenen Blutkrebsarten erreichte HemaGuide eine Übereinstimmung von…