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Chemotherapie hinterlässt genomische Fingerabdrücke in kindlichen Tumoren

Toronto – Bei fast der Hälfte der kindlichen Tumoren, die mit gängigen Chemotherapien behandelt wurden, lassen sich innerhalb von 18 Monaten DNA-Veränderungen nachweisen, die mit der Therapie zusammenhängen. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung des Hospital for Sick Children (SickKids), die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde.

Die Forschenden analysierten mehr als 600 Tumoren von 544 Patienten aus Kanada, Australien und den USA. Mithilfe von Ganzgenomsequenzierung, detaillierten Behandlungsdaten und computergestützten Methoden identifizierten sie charakteristische genomische Signaturen einzelner Chemotherapien. Einige dieser Muster traten bereits 91 Tage nach Therapiebeginn auf.

Besonders deutlich war der Einfluss platinbasierter Chemotherapie, die bei nahezu der Hälfte der behandelten Krebspatienten eingesetzt wird. Innerhalb von 18 Monaten wiesen 48 Prozent der Tumoren eine nachweisbare Platin-Signatur in den überlebenden Krebszellen auf. Viele Mutationen in rezidivierten oder metastasierten Tumoren standen im Zusammenhang mit der initialen Chemotherapie.

Die Überlebensrate bei kindlichen Krebserkrankungen liegt inzwischen bei über 85 Prozent. Chemotherapie kann jedoch gesunde Zellen schädigen und langfristige Folgen wie Herzschäden oder Zweittumoren verursachen – Auswirkungen, die für Kinder besonders gravierend sind.

Nach Einschätzung der Forschenden könnten die genomischen Signaturen künftig als Biomarker dienen. Sie würden es ermöglichen, Behandlungsresistenzen früher zu erkennen und Therapien präziser anzupassen. Ziel sei es, bei besorgniserregenden Mustern die Chemotherapie möglicherweise bereits nach drei Monaten zu deeskalieren. Die Ergebnisse wurden auch in unabhängigen Datensätzen, einschließlich erwachsener Patienten, bestätigt und könnten daher auch für Erwachsenenkrebserkrankungen relevant sein.

Die Studie stützt sich vor allem auf Daten des SickKids Kids Cancer Sequencing (KiCS)-Programms und wurde unter anderem von der Canadian Institutes of Health Research und den National Institutes of Health gefördert.

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LabNews Media LLC
The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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