Boston – Menschen mit einer höheren Belastung durch veränderbare kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, Diabetes, Rauchen und Übergewicht weisen eine ausgedehntere Plaquebildung in den großen Herzkranzgefäßen auf. Zudem sind diese Plaques häufiger instabil und rupturgefährdet. Das zeigt eine Studie des Mass General Brigham Heart and Vascular Institute, die in JACC: Advances veröffentlicht wurde (DOI: 10.1016/j.jacadv.2026.102983).
Die Forschenden untersuchten 534 Plaques in allen drei großen Koronararterien von 131 Patienten mithilfe der optischen Kohärenztomographie (OCT), einem hochauflösenden intravaskulären Bildgebungsverfahren. Sie verglichen den Einfluss veränderbarer und nicht veränderbarer Risikofaktoren (Alter, Geschlecht, familiäre Vorbelastung).
Patienten mit mehr veränderbaren Risikofaktoren hatten insgesamt mehr Plaques in allen drei Gefäßen. Gleichzeitig fanden sich weniger stabile Plaques und häufiger vulnerable Merkmale wie lipidreiche Plaques mit dünner fibröser Kappe, die leichter reißen können. Nicht veränderbare Risikofaktoren waren dagegen eher mit stabileren Plaque-Phänotypen assoziiert.
Nach Einschätzung der Autoren steigt mit der Zahl vulnerabler Plaques das Risiko, dass eine von ihnen ein unerwünschtes Ereignis wie einen Herzinfarkt auslöst. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung frühzeitiger, intensiver und nachhaltiger Maßnahmen zur Kontrolle der veränderbaren Risikofaktoren.
Die Studie ist retrospektiv und umfasst eine begrenzte Patientengruppe. Die Forschenden halten prospektive Untersuchungen an größeren Kohorten, einschließlich bereits behandelter Patienten, für erforderlich, um die Ergebnisse zu verallgemeinern.
