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Neue Strategie könnte Erschöpfung von T-Zellen verhindern und Immuntherapie stärken

New York – Forschende des Memorial Sloan Kettering Cancer Center haben den Signalweg MEK als zentralen Treiber der T-Zell-Erschöpfung identifiziert. Eine gezielte Hemmung von MEK könnte in Modellsystemen die Ausdauer von T-Zellen verbessern und damit die Wirksamkeit von Immuntherapien steigern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Immunity veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.immuni.2026.06.012).

T-Zellen sind spezialisierte Immunzellen, die Krebszellen angreifen. Bei anhaltender Exposition gegenüber Tumorantigenen geraten sie jedoch in einen erschöpften Zustand und verlieren die Fähigkeit, den Angriff aufrechtzuerhalten. Dieses Phänomen untergräbt insbesondere Checkpoint-Inhibitoren, die die Bremsen der T-Zellen lösen sollen.

Das Team um Santosha Vardhana zeigte, dass die Erschöpfung eng mit dem Zellstoffwechsel zusammenhängt. Dauerhafte Antigenbelastung überfordert die Mitochondrien, die Energie aus Nährstoffen gewinnen. Die Entscheidung, große Mengen zytotoxischer Proteine zu produzieren, wird maßgeblich durch MEK gesteuert. Bei überaktiver MEK-Signalisierung treiben die Zellen in einen terminal erschöpften Zustand.

Überraschenderweise waren erschöpfte T-Zellen metabolisch hochaktiv. Die Hemmung von MEK führte dazu, dass die Zellen sich stärker vermehrten, aber weniger Energie verbrauchten. Sie investierten zuvor enorme Ressourcen in die Proteinproduktion. Durch die Dämpfung der MEK-Signalisierung blieb ein Teil der T-Zellen länger in einem aktiven, selbst erneuernden Zustand und konnte auch unter den harschen Bedingungen des Tumormikromilieus überdauern.

Die Forschenden betonen, dass Erschöpfung kein reiner Funktionsverlust ist, sondern ein Gleichgewichtszustand, der das Überleben der Zellen ermöglicht. MEK-Hemmung ist daher ein zweischneidiges Schwert: Sie schwächt die akute Angriffskraft, erhält aber die Ausdauer der Zellen. Der optimale Einsatz hängt von der individuellen Situation ab.

Bei kleinen Tumoren und einer hohen Zahl an tumorerkennenden Immunzellen kann ein starker, kurzer Angriff ausreichen. Bei großen Tumoren oder wenigen verfügbaren T-Zellen ist dagegen eine langsamere, nachhaltigere Antwort vorteilhaft. MEK-Inhibitoren sind bereits zugelassen und könnten in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren, CAR-T-Zell-Therapien, TIL-Therapien oder bispezifischen Antikörpern geprüft werden.

Die Ergebnisse stammen aus tierexperimentellen und zellulären Studien. Klinische Tests müssen klären, bei welchen Patientengruppen und in welcher Kombination der Ansatz den größten Nutzen bringt.

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LabNews Media LLC
The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu
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