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DiGA-Skandal: Patienten erhalten Apps auf Rezept ohne ausreichenden Wirksamkeitsnachweis

Das Gesundheitswesen ist eins der Hauptziele von Cyberkriminellen. Prompt: LabNews.

Berlin – Viele Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden von Ärzten verordnet und von Krankenkassen bezahlt, obwohl ihr Nutzen nicht ausreichend belegt ist. Das Fast-Track-Verfahren des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ermöglicht vorläufige Zulassungen, bei denen Hersteller hohe Preise kassieren – zulasten der Beitragszahler.

Laut dem DiGA-Bericht des GKV-Spitzenverbands für 2025 wurden bis Ende des Jahres insgesamt 74 Anwendungen in das Verzeichnis aufgenommen. Nur 14 davon – rund 19 Prozent – konnten bereits bei der Aufnahme einen vollständigen Nachweis eines positiven Versorgungseffekts erbringen. Ein großer Teil startete vorläufig zur Erprobung. Ende 2025 befanden sich noch zehn Apps in dieser Phase, während 48 dauerhaft gelistet waren und 16 gestrichen wurden.

Das System sieht vor: Bei unvollständigem Nachweis ist eine vorläufige Aufnahme für bis zu 12 Monate möglich, verlängerbar auf 24 Monate. In dieser Zeit dürfen die Apps zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. Hersteller können im ersten Jahr den Preis weitgehend selbst festlegen – oft deutlich höher als bei dauerhaft zugelassenen Anwendungen. Vorläufige DiGA kosteten im Schnitt rund 600 Euro pro Quartal, während dauerhafte günstiger waren. Gesamtausgaben der GKV: Bis Ende 2024 bereits über 230 Millionen Euro, mit stark steigender Tendenz.

Kritik an Evidenz und Kosten

Unabhängige Analysen und der GKV-Spitzenverband kritisieren die Qualität der Studien scharf. Viele Zulassungsuntersuchungen weisen methodische Schwächen auf: fehlende Verblindung, hohe Abbruchquoten oder unzureichende Kontrollgruppen. Selbst bei dauerhaft zugelassenen DiGA gibt es Zweifel an der Übertragbarkeit auf die reale Versorgung. Vorläufig zugelassene Apps starten mit noch geringerer Evidenz – der Nachweis soll erst während der Erprobung erbracht werden.

„Die Preise und der Nutzen stehen in vielen Fällen in keinem angemessenen Verhältnis“, heißt es im Bericht des GKV-Spitzenverbands. Vorläufige DiGA seien teurer, obwohl der Wirksamkeitsnachweis fehle. Einige Apps wurden nach der Erprobungsphase wieder aus dem Verzeichnis gestrichen.

Folgen für Patienten

Für Betroffene birgt das Risiken: Sie investieren Zeit und Motivation in Anwendungen, deren Nutzen unklar oder gering ist – etwa bei Depressionen, Rückenschmerzen oder Diabetes. Statt bewährter Therapien erhalten sie eine App, die möglicherweise nicht wirkt. Frustration, Therapieabbruch und verlorene Behandlungszeit können die Folge sein. Besonders vulnerabel sind ältere oder weniger technikaffine Patienten.

Zudem finanzieren alle Beitragszahler ein System, das Innovation fördern soll, aber hohe Kosten bei unsicherem Nutzen verursacht. Datenschutz ist zwar vorgeschrieben, doch bei mangelndem Mehrwert steht der Eingriff in sensible Gesundheitsdaten in Frage.

Das DiGA-Modell ist international ein Vorreiter für den Zugang zu digitalen Therapien. Doch Experten fordern eine Kurskorrektur: strengere Evidenzanforderungen vor der Verordnung, wertbasierte Preise und bessere unabhängige Kontrollen. Ab 2026 soll eine anwendungsbegleitende Erfolgsmessung mehr Transparenz schaffen – ob sie reicht, bleibt abzuwarten.

Fazit: Die „App auf Rezept“ droht zum teuren Experiment zu werden, bei dem Patienten und Solidargemeinschaft die Rechnung zahlen, ohne gesicherten Gegenwert. Eine Reform ist überfällig.

Das Gesundheitswesen ist eins der Hauptziele von Cyberkriminellen. Prompt: LabNews.
Nicht jede DiGA nutzt den Patienten. Credits: LabNews Media LLC

LabNews Media LLC

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu