Bielefeld (LabNews Media LLC) – Forschende der Universität Bielefeld analysieren zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026, wie Fans verschiedener Nationalteams körperlich auf Spielereignisse reagieren. Die Studie erfasst Vitaldaten wie Herzfrequenz, Stresslevel, Bewegung und Schlaf über Garmin-Smartwatches und soll zeigen, ob und wie Nationalität und Spielverlauf die physiologischen Reaktionen beeinflussen.
Die Untersuchung baut auf einer Vorgängerstudie zum DFB-Pokalfinale 2025 auf. Damals hatten die Wissenschaftler erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen Spielgeschehen und körperlichen Reaktionen bei Fans nachgewiesen. Stadionbesucher zeigten deutlich höhere Pulsfrequenzen als Fernsehzuschauer, und der Stresspegel stieg bereits Stunden vor Anpfiff an.
Für die WM-Studie suchen die Forschenden Fans aus verschiedenen Ländern, die eine Garmin-Smartwatch tragen. Teilnehmer melden sich online an, geben Nationalität, Geschlecht und das favorisierte Team an und schätzen ihre Fan-Intensität ein. Sobald ausreichend Teilnehmer eines Nationalteams vorhanden sind, erhalten sie eine Einladung zur datenschutzkonformen Verbindung ihrer Smartwatch. Während der WM werden zusätzlich Angaben zu den verfolgten Spielen und der Art der Übertragung erfragt.
Professor Dr. Christian Deutscher von der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft erklärte, die WM biete ein ideales Setting, weil Fans aus aller Welt gleichzeitig vergleichbaren emotionalen Situationen ausgesetzt seien. Professorin Dr. Christiane Fuchs, Leiterin der Data-Science-Gruppe an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, betonte die hohe zeitliche und räumliche Auflösung der Daten durch die lange Akkulaufzeit der Smartwatches.
Die Studie ist am Fokusbereich QUAMU der Universität Bielefeld angesiedelt, der sich mit der Quantifizierung von Unsicherheit und dem Umgang damit beschäftigt. Kooperationspartner ist die Wissenswerkstadt Bielefeld.
Die Anmeldung erfolgt über die Website uni-bi.de/worldcupfever. Die Teilnahme ist freiwillig und datenschutzkonform. Die Ergebnisse sollen helfen, kollektive Emotionen, sportliche Identifikation und körperliche Reaktionen besser zu verstehen.
Die Studie liefert neue Erkenntnisse zu den physiologischen Auswirkungen von Großereignissen und zeigt, wie Alltagsgegenstände wie Smartwatches für wissenschaftliche Untersuchungen genutzt werden können.

