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Gezüchtetes Herzmuskelgewebe verbessert Pumpfunktion bei schwerer Herzschwäche

Forschenden der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ist in einer klinischen Studie erstmals der Nachweis gelungen, dass im Labor gezüchtetes Herzmuskelgewebe die Pumpfunktion geschädigter Herzen verbessern kann. Die Ergebnisse der Studie BioVAT-HF-DZHK20 wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Bei der Therapie wird aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) Herzmuskel- und Bindegewebsgewebe gezüchtet. Dieses wird zu einem etwa drei bis vier Millimeter dicken Herzpflaster zusammengefügt und über einen minimalinvasiven Eingriff auf die Außenseite des geschädigten Herzens genäht. Dort soll es als biologische Unterstützung wirken und die geschwächte Herzmuskulatur stabilisieren.

In der Phase-1/2-Studie wurden 20 Patientinnen und Patienten mit schwerer Herzschwäche behandelt. Bei allen Teilnehmern lag trotz optimaler Standardtherapie eine stark eingeschränkte Pumpfunktion vor (linksventrikuläre Auswurffraktion ? 35 Prozent). Drei Monate nach der Implantation zeigte sich bei den Patienten, die die höchste sichere Dosis erhalten hatten, eine Verdickung der geschädigten Herzwand. Zudem verbesserte sich die Pumpfunktion des Herzens, und die Betroffenen berichteten über eine gesteigerte Lebensqualität. Auch in der langfristigen Nachbeobachtung blieben erste Hinweise auf eine anhaltende Stabilisierung der Herzfunktion erkennbar.

Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der UMG und wissenschaftlicher Leiter der Studie, erklärte, die Ergebnisse zeigten erstmals in einer größeren klinischen Studie, dass eine Wiederherstellung von Herzmuskelfunktion beim Menschen mit fortgeschrittener Herzschwäche grundsätzlich möglich sei.

Prof. Dr. Stephan Ensminger, Direktor der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie am Universitären Herzzentrum Lübeck des UKSH und chirurgischer Leiter der Studie am UKSH, bezeichnete die Ergebnisse als wichtigen Fortschritt. Die Herstellung der künstlichen Herzgewebe erfolgte in speziellen Reinräumen der UMG mit Unterstützung des Göttinger Biotechnologieunternehmens Repairon GmbH, einer Ausgründung der UMG.

Die Studie ist Teil des translationalen Forschungsprogramms des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Die Forschenden betonen, dass die vielversprechenden Ergebnisse in weiteren klinischen Studien bestätigt werden müssen. Entsprechende Folgestudien mit Beteiligung weiterer Zentren in Deutschland, Europa und den USA befinden sich in Vorbereitung.

Die Entwicklung des Herzpflasters basiert auf mehr als 25 Jahren Forschungsarbeit. Die jetzt veröffentlichten Langzeitdaten markieren einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer regenerativen Therapie für schwere Herzschwäche.

Wichtiger Fortschritt bei der Behandlung schwerer Herzschwäche: .Copyright: umg/eva meyer-besting
Wichtiger Fortschritt bei der Behandlung schwerer Herzschwäche: .Copyright: umg/eva meyer-besting
Originalpublikation:

Zimmermann W-H, Ensminger S, Kutschka I, et al. Stem-Cell–Derived Biologic Ventricular Assist Tissue in Heart Failure. New England Journal of Medicine (2026). DOI: 10.1056/NEJMoa2513525

LabNews Media LLC

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The Editors in Chief of labnews.ai are Marita Vollborn and Vlad Georgescu. They are bestselling authors, science writers and science journalists since 1994.More details about their writing on X-Press Journalistenbüro (https://xpress-journalisten.com).More Info on Wikipedia:About Marita: https://de.wikipedia.org/wiki/Marita_Vollborn About Vlad: https://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_Georgescu