Providence – US-Veteranen zwischen 20 und 39 Jahren hatten in einer Bevölkerungsstudie höhere Blutspiegel persistenter Fluorchemikalien als Nichtveteranen gleichen Alters. Die Konzentrationen lagen je nach Stoff 13 bis 24 Prozent höher. Das berichtet ein Team um Christian Hoover von der Brown University in Environmental Health Perspectives (DOI: 10.1021/EHP.6c00631).
Untersucht wurden acht Erhebungszyklen der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) von 2003 bis 2018. Nach Gewichtung stehen die Daten für schätzungsweise 22,8 Millionen Erwachsene ab 20 Jahren mit früherem Militärdienst. Mitautoren sind Joseph Braun und Elizabeth Costello.
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) werden umgangssprachlich als Ewigkeitschemikalien bezeichnet. Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab. Für Perfluoroctansäure (PFOA) lag der Wert bei jüngeren Veteranen 13 Prozent höher (95-Prozent-Konfidenzintervall 3 bis 24 Prozent). Für Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) waren es 19 Prozent (9 bis 30 Prozent). Für Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) 24 Prozent (9 bis 42 Prozent). Die Summe von sieben PFAS lag 17 Prozent höher (8 bis 27 Prozent). Jüngere Veteranen überschritten den Schwellenwert von 20 Nanogramm je Milliliter für diese Summe 18 Prozent häufiger.
Insgesamt hatten Veteranen nach Anpassung der Begleitfaktoren eher niedrigere PFAS-Werte als Nichtveteranen. Alter und Herkunft veränderten den Zusammenhang. Bei Frauen mit Veteranenstatus war die Häufigkeit klinisch erhöhter Summenwerte geringer als bei Frauen ohne Dienst. Bei älteren Veteranen zeigte sich der Überschuss der Jüngeren nicht. Das schließt frühere Belastung im jungen Alter nicht aus.
Die Ursache ist nicht gemessen. Mögliche Quellen nennen die Autoren Löschschäume, Munition und belastetes Grundwasser. Die Studie ist Querschnitt, kein Nachweis einer Erkrankung. Braun war als Gutachter für Kläger in Verfahren um PFAS im Trinkwasser tätig. Gefördert hat das National Institute of Environmental Health Sciences. Die Autoren raten jüngeren männlichen Veteranen, mit einer Ärztin oder einem Arzt über Messung und mögliche Folgeuntersuchungen zu sprechen. Das ersetzt keine individuelle medizinische Bewertung.
