Trondheim – Ein Modell der künstlichen Intelligenz (KI) unterschied in einer norwegischen Gesundheitsstudie Menschen mit Migräne von Menschen ohne Kopfschmerz, ohne die Kopfschmerzsymptome zu kennen. Die Daten stammen aus der Helseundersøkelse i Trøndelag (HUNT) mit mehr als 43.000 Teilnehmenden. Das berichtet die Norwegische Universität für Wissenschaft und Technik (NTNU). AlphaGalileo datiert die Mitteilung auf den 11. September 2026. Erstautor der zugrundeliegenden Arbeit ist der Kopfschmerzforscher Anker Stubberud. EurekAlert verknüpft die Ergebnisse mit einer Veröffentlichung in „Neurology“ (DOI: 10.1212/WNL.0000000000218076).
Migräne betrifft nach Angaben der Universität rund 15 Prozent der Bevölkerung Norwegens. Sie gilt dort als häufigste Ursache von Beeinträchtigung bei Frauen unter 50 Jahren. Die Diagnose stützt sich bisher auf Symptome. Es gibt keinen Bluttest.
Das Modell nutzte 60 Variablen wie Alter, Geschlecht, Verstopfung, Medikamente und Rückenschmerzen. Unter mehr als 12.000 Menschen mit unterschiedlichen Kopfschmerzen bildeten sich zwei Hauptgruppen. In der ersten Gruppe mit 1425 Personen erfüllten mehr als 90 Prozent die üblichen Migränekriterien. Die übrigen 10.760 Personen hatten andere oder nur teilweise passende Kopfschmerzen.
In der Migränegruppe zeigten sich vier Untergruppen. Eine bestand nur aus Männern. Eine war durch Nackenschmerzen geprägt. Eine verband weit verbreitete Muskelschmerzen mit Angst und Depression. Eine entsprach eher der klassischen Migräne mit Aura. Aura sind vorübergehende neurologische Zeichen, oft Sehstörungen. Künstliche Intelligenz (KI) trennte die Gruppen in genetischen Risikomodellen besser als ein herkömmlicher Risikoscore.
Die Autoren sehen Hinweise auf ein körperweites Muster und auf mehrere biologische Formen. Das ist eine Beobachtung in Bevölkerungsdaten. Es ist kein zugelassener Test. Die Werkzeuge sind nicht an Patientinnen und Patienten in der Sprechstunde geprüft. Behandlung darf nicht allein auf solchen Clustern beruhen. Ob Untergruppen unterschiedliche Medikamente brauchen, ist offen.
