Perth – Mit Blick auf den in Westaustralien erwarteten stärksten Anstieg der Demenzfälle im Land hat die Curtin University eine neue Informationsressource vorgestellt. Das teilte die Hochschule am 21. September 2026 mit. Das Angebot „Brain Health WA“ soll aktuelle Erkenntnisse zur Gehirngesundheit in praktische Hinweise, Alltagstipps und Hinweise auf Unterstützungsangebote übersetzen.
Die Ressource wurde in der Dementia Action Week veröffentlicht und ist online sowie gedruckt verfügbar. Entwickelt wurde sie im Programm DEMRISK-WA unter Leitung von Professorin Blossom Stephan von der Curtin University. Beteiligt waren Forscher der University of Western Australia und des Nutrition and Health Innovation Research Institute der Edith Cowan University, der Partner Dementia Australia sowie die Busselton Healthy Ageing Study. Mehr als 100 Westaustralier wirkten an der Gestaltung mit, darunter Menschen mit Demenz, Angehörige, Vertreter kulturell und sprachlich vielfältiger Communities sowie Politik und Wirtschaft.
Nach den von der Universität genannten Zahlen sollen die Demenzfälle in Westaustralien von geschätzt 43.400 im Jahr 2026 auf rund 87.000 im Jahr 2054 steigen und sich damit innerhalb von drei Jahrzehnten verdoppeln.
Projektleiterin Claire Burley vom enAble Institute der Curtin University sagte, die gemeinsame Entwicklung mit den späteren Nutzern sei entscheidend. Die meisten Menschen erfuhren nie, was sie für ihre Gehirngesundheit tun können. Die Ressource solle evidenzbasierte und kulturell passende Hinweise geben und individuelles Handeln mit vorhandenen Angeboten verknüpfen.
Stephan, Leiterin des Dementia Centre of Excellence am enAble Institute, erklärte, bis zu 45 Prozent der Demenzfälle seien mit beeinflussbaren Faktoren verbunden. Demenz sei nicht unvermeidlicher Bestandteil des Alterns. Zu den genannten beeinflussbaren Risiken zählten unter anderem unbehandelte Hör- oder Sehverluste, Depression sowie fehlende soziale Bindungen. Alter, Genetik und Familienanamnese ließen sich nicht ändern; die Forschung zeige aber, dass die Pflege der Gehirngesundheit das Erkrankungsrisiko senken könne.
Dementia-Australia-Chefin Tanya Buchanan nannte Brain Health WA einen evidenzbasierten Weg, Unterstützung zu finden. Finanziert wurde das Angebot vom Western Australian Future Health Research and Innovation Fund. Die Ressource ist unter brainhealthresource.org erreichbar.
